Auf den #OER Zug aufspringen und zum „OERde“ Festival fahren

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Diese Woche dreht sich in Berlin auf dem OER Festival alles um #OER. OER steht für offene Bildungsmaterialien (Open Educational Ressources) und will damit im Gegensatz zu „nur“ frei verfügbaren Materialien auf die Möglichkeiten Materialien „erlaubterweise“ zu bearbeiten und weiterzuverbreiten bzw. erneut zu teilen aufmerksam machen.

Vor allem das Urheberrecht erlaubt das Weiterverbreiten und Weiterbearbeiten von herkömmlichen (Lehr-) Materialien nur in sehr engen Grenzen. OER kann hier mittels differenzierter Lizenzen (in der Regel CC Lizenzen von Creative Commons) diese Grenzen oder Schranken überwinden.

Lizenzen kann nur der Urheber eines Werkes vergeben, insofern ist es wichtig den OER Gedanken zunächst bei den „Machern“ von Lehrmaterialien bekannt und attraktiv zu machen, da ohne Material mit entsprechenden Lizenzen, die Teilen und Weiterbearbeiten erlauben, der OER Gedanke obsolet wird.

Seit 2012 ist in Deutschland der OER Gedanke in einer vielschichtigen Diskussion, von einer Durchsetzung bei den Lehrmaterialien kann man aber bei weitem noch  nicht sprechen.

Da inzwischen auch die Politik in Form des Positionspapiers des Bundes über (BMBF) und der Länder (über die KMK) auf #OER aufmerksam geworden ist, finden in der 1. Märzwoche 2016 in Berlin eine Reihe von  Veranstaltungen rund um offene Bildungsmaterialien auf dem OER Festival statt, die als Hauptziel den Gedanken verfolgen „OER-Macher“ und „Entscheider“ im OER Bereich ( unter anderem Politiker) in Austausch oder besser noch in Vernetzung zu bringen.

Das klingt ja nach richtiger Lobbyarbeit, und ja irgendwie ist es auch genau das, endlich einmal ein Themenbereich indem der Terminus Lobbyismus positiv besetzt ist.

Ich freue mich am Sonntag auf dem OERCamp, am Montag auf der Diskussion „Zur Zukunft freier Bildungsmaterialien“ bei Wikimedia Deutschland und am Dienstag Abend auf der Preisverleihung des OER Award dabei sein zu können. Welche Eindrücke sich auf diesen Veranstaltungen ergeben, wird hier im Blog in der nächsten Woche zu lesen sein.

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45 Minuten Lernen und dann Pause, oder was?

Eine kurze philosophische Anmerkung zum #EdchatDE Summerspecial am 04.08.2015 mit dem Thema Zeitmodelle für den Unterricht moderiert von Monika Heusinger und Peter Jochum.

Immanuel Kant machte sich Gedanken um Freiheit und Zwang in der Erziehung20150804_080212, John Dewey überlegte wie Demokatie in der Erziehung zusammenhängen. Dabei hat Dewey für den Unterricht auch immer die Erziehung zu einem aktiven Mitglied einer demokratischen Gesellschaft eingefordert. Dabei machte sich Dewey viele Gedanken um Projektmethoden, forschendem Lernen, offenem Unterricht und immer wieder um eine Verbindung von praxisbezogenem Lernen und theoretischer Reflektion, die mit „learning by doing“ oft zu verkürzt dargestellt wird.

Die 45 Minuten Schulstunde in Deutschland sind ein Zwang aus Zeiten der Preußen um der Müdigkeit der Kinder im Nachmittagsunterricht entgegenzuwirken. Schon damals gab es einen Kompromiß aufgrund von Zwängen, die Unterrichtszeit sollte kürzer werden, die Stundenanzahl aber erhalten bleiben. So strich man die Stunde auf 45 min zusammen.

Welche Zwänge tauchen denn heute auf, wenn wir das 45min Modell in Frage stellen wollen:

– alle Stunden und Fächer sollen erhalten bleiben (daran hat sich auch nach über 100 Jahren nichts geändert, jeder Fachlehrer wird seine Pfründe verteidigen).

– es braucht Pausen zum Lernen

– gemeinsame Pausen an einer Schule ermöglichen den Austausch der Schüler über den eigenen Klassenverbund hinaus, bei individuellen Lernpausen innerhalb eines Klassenverbundes wird es schwieriger)

– Unterrichtsanfang und -ende müssen schon für Dritte (Eltern, Familie der Lehrer, Sportvereine, Freizeiteinrichtungen) und auch für Lehrer und Schüler klar kommuniziert werden

– Mittagspausen sind für evt. Vorhalten von warmer Verpflegung in einem zeitlichen Rahmen einzuhalten (Öffnungszeiten der Schulkantine)

Diese Liste ist beiweitem nicht vollständig, es gibt also viele Zwänge die eine Struktur des Schullalltages notwendig machen. Diese Zwänge bedeuten immer ein Stück Einschränkung von Freiheit im Sinne der Theorie von Kant. In diesem Falle der Freiheit wann und wie lange Schüler in der Schule lernen.

Welche Freiheit sollte denn bei der Abkehr der 45min Schulstunde gewährt werden?

– Sind 90 min besser als 45 min, oder 120 min?

– Soll ohne Stundenplan in der gesamten Schulzeit frei gelernt und pausiert werden (Ein Gleitzeitmodell für die Schule etwa)?

– soll Lernen in 15min Einheiten zergliedert werden, wie etwa in den klassischen amerikanischen xMoocs. 15min Stoff und dann ein kurzer MC Test, danach eine Pause.

Bei Antworten auf all diese Fragen (für die sich meist sowohl positive als auch negative begründete Antworten finden lassen) spielen 2 Perspektiven eine Rolle:

Die gesellschaftliche Perspektive: Schule muss sich den gesellschaftlichen Zwängen unterordnen. Hierzu zählen zum Beispiel eine verlässliche Anfangs- und Endzeit, um außerschulische Aktivitäten und familiäres Leben zu ermöglichen, hier spielen auch gesetzliche Zwänge eine Rolle, wie gesetzliche Vorgaben für Unterrichtsstoff und Schulzeiten, Arbeitszeitvorschriften für die Lehrer, Aufsichtspflichten, Vorschriften zum Vorhalten warmer Speisen (Öffnungszeiten der Kantine), aber auch ungeschriebene gesellschaftliche Erwartungen wie Gewöhnung an eine Tagesstruktur, Vorbereitung auf die Arbeitswelt spielen eine Rolle. Weitrhin spiel für die Gesellschaft auch die Kostenfrage eine Rolle, inwieweit erfordern individuelle Lösungen Mehrkosten, wer soll diese Tragen. Auch die politischen Forderungen wirken hier: Chancengleichheit bei individuellen Lösungen, Berufsfähigkeit nach individuelleren Schulabschlüssen, Vergleichbarkeit und Anerkennung in einer globalisierten Welt.

Die pädagogische Perspektive muss die Frage nach dem idealen Zeittakt um erfolgreich zu Lernen stellen. Welche Pausen brauchen Schüler Gelerntes zu verarbeiten, welche Pausen brauchen sie um wieder aufnahmefähig zu sein. Sind kurze thematische Wechsel, vor allem wenn nicht aufeinander bezogen, sinnvoll für erfolgreiche Lernfortschritte oder nicht. Wie kann man Bewegung in längere Unterrichtseinheiten einbauen. Wie wichtig ist Austausch über den Klassenverband hinaus um erfolgreich zu lernen? Wie lange können Lehrer sich konzentrieren um optimalen Unterricht zu gestalten?

Viele Fragen aus 2 Perspektiven, immer drehend um die Begriffe Zwang und Freiheit. Eine Antwort möchte ich hier gar nicht geben, wohl aber eine Anregung für den #edchatDE auf Twitter heute abend (04.08.2015) und die Möglichkeit eigene Meinungen und Tweets hinsichtlich dieser Perspektiven zu reflektieren.

Natürlich ist es kein Zwang am #EdchatDE heute abend teilzunehmen, aber ihr solltet euch die Freiheit nehmen. Von 20 – 21 Uhr auf Twitter mit dem Hashtag #edchatDE. Hier gibt es vorab Informationen: http://monika-heusinger.info/blog/edchatde90

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Lernen der Zukunft: Fakten stehen im Internet, Lösungen entstehen aber erst in unseren Köpfen.

Fakten zu LdLRodin_TheThinker[1]

Medienkompetenz, ist das nur  PowerPoint, Programmieren, Videos anschauen oder doch viel mehr oder was ganz anders? Der Wegfall und die Qualität der Inhalte des Informatikunterrichts an Schulen bzw. seine Integration in Medienbildung wird zur Zeit heftig diskutiert und auch kritisiert.

Quellen:

http://www.dieterbaackepreis.de/index.php?id=67

http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/campus/informatik-eine-heimat-fuer-hacker-13642580.html http://www.kommune21.de/meldung_21561_gn http://www.morgenpost.de/printarchiv/familie/article142044767/Die-Schule-als-Hort-des-Analogen-Das-ist-nicht-mehr-zeitgemaess.html

Ist Medienbildung und Informatikunterricht denn überhaupt unter einen Hut zu bringen?

Was ist eigentlich Medienkompetenz, wie ist der Begriff definiert, gibt es eigentlich eine allgemeingültige Definition oder gibt es verschiedene sich gar widersprechende Definitionen?

Also, wie ist Medienkompetenz definiert?

In der Wikipedia steht eine kurze knappe Definition: „Medienkompetenz bezeichnet die Fähigkeit, Medien und ihre Inhalte den eigenen Zielen und Bedürfnissen entsprechend zu nutzen“ Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Medienkompetenz

Dieter Baacke gliedert 1999 die Medienkompetenz in 2 Hauptdimensionen und 2 Unterdimensionen auf. Zur Hauptdimension Vermittlung gehören Medienkunde und Medienkritik und zur Hauptdimension Zielorientierung gehören Mediennutzung und Mediengestaltung. Medienkompetenz wird also aufgegliedert in eine theoretische Seite und eine praktische Seite, wobei diese Seiten nicht getrennt zu denken sind, sondern sich ergänzen. Baacke versteht die Medienkompetenz als in der Gesellschaftsebene tief verankert und beschreibt Medienkompetenz im Prinzip als „Diskurs der Informationsgesellschaft“

Medienkritik bedeutet in diesem Sinne, analytische Fähigkeiten und Wissen zu besitzen, um Medien beurteilen zu können. Das gilt für das Wissen um werbefinanziertes Privatfernsehen genau wie für kostenlos nutzbare Bildungsprogramme oder Apps. Ohne den kritischen Blick auf die Intention des jeweiligen Anbieters ist die Gefahr von Fehleinschätzungen sehr hoch.

Medienkunde verweist auf die Kenntnis und Anwendbarkeit der ausgesuchten Medien. Also eine Antwort auf die Frage, was ist auf dem Markt und wie kann ich es gewinnbringend nutzen.

Mediennutzung ist die Fähigkeit und Fertigkeit Medien reflexiv zu verarbeiten oder aktiv mitzugestalten. Eine gesehene Fernsehsendung oder ein Video aus einem Mooc muss verarbeitet werden und in die eigenen kognitiven Schemata einsortiert werden. Im Web 2.0 gehört auch das aktive Handeln dazu, ein Foto machen, einen Beitrag beantworten, Zusammenfassen, in Foren zu diskutieren oder ein eigenes Video produzieren.

Mediengestaltung verweist auf den sich immer schneller drehenden Diskurs der Informationsgestaltung hin. Mediengestaltung beinhaltet dabei sowohl die technischen Veränderungen von Medien als auch die Veränderung der Partizipationsmöglichkeiten. Diese Aufgliederung von Baacke zeigt zunächst einmal die Notwendigkeit von Medienbildung in der heutigen Gesellschaft ohne überhaupt näher auf den Informatikunterricht eingegangen zu sein.

Quelle: http://www.dieterbaackepreis.de/index.php?id=67

Was will denn aber der Informatikunterricht erreichen?

Das technische Verständnis von Programmaufbauten oder gar das Entwickeln eigener Programme mittels Beherrschung einer Programmiersprache haben wir hier oben in der Medienbildung noch gar nicht betrachtet. Ein weiterer Entscheidender Punkt des Informatikunterrichtes ist das prozesshafte Denken. Die Beherrschung der Syntax einer Programmiersprache befähigt noch lange nicht dazu gute Programme zu schreiben. Das prozesshafte Denken in komplexen Beziehungen und ein problemlösendes Denken muss erlernt und beherrscht werden um sinnvolle und gute Programme zu entwickeln. Mit einem solchen Vermittlungsansatz im Informatikunterricht sind Schüler dann für die Zukunft auch gerüstet, um sich in die Syntax verschiedener oder neu entwickelter Programmiersprachen einzuarbeiten. Argumente gegen das Erlernen einer Programmiersprache im Informatikunterricht oder eine Diskussion darüber welche der vielfältigen Sprachen gelehrt werden sollten, sind also fern ab von einem Verständnis sinnvollen Informatikunterrichts.

Schon aus diesen Ausführungen wird deutlich warum Informatikunterricht und Medienbildung es so schwer haben in den schulischen Kontext adäquat ihrer heutigen Bedeutung in die Gesellschaft einzudringen. Beide Konzepte stehen für eine starke Veränderung schulischer Vermittlungsinhalte. Sowohl Rahmenstoffpläne als auch didaktische Methoden sind hiervon betroffen. Wissensbausteine müssen heute im Kontext ihrer Anwendung vermittelt werden. Schule darf nicht das Vorlesen der Wikipedia sein, sie muss die Anwendung des Wissens, das heute (fast) überall und ständig per Internet verfügbar ist, vermitteln. Nein das soll kein Angriff auf die Lehrerschaft sein, die das heute in sehr großen Teilen begriffen hat und auch umsetzt. Vielmehr geht es darum den Lehrern für ihr Engagement auch den notwendigen rechtlichen Rahmen zu geben. Schule braucht Anwendung von Wissen durch die Schüler, damit diese sich ein problemlösendes und prozesshaftes Denken aneignen können.

Seit langem beschäftige ich mich schon mit der Unterrichtsmethode LdL (Lernen durch Lehren) die dieser Art der Inhaltsvermittlung schon von ihrem Ansatz her unterstützt. Prozesse und Probleme in ihren komplexen Zusammenhängen gemeinsam zu entdecken, zu verstehen und zu vermitteln wäre ein Ansatz für die zukünftige Bildung. Unsere Welt ist zu komplex geworden, um sie passiv rezipierend verstehen zu können. Es sind solche schüleraktivierende, nein lerneraktivierende (denn das alles gilt auch für Lehr- Lernszenarios außerhalb des schulischen Kontextes) didaktische Methoden und eine gründliche Entrümpelung der stofflichen Inhalte in den Rahmenlehrpläne die eine Schule der Zukunft braucht. Die gründliche Entrümpelung bietet eine weitere Chance, nämlich den Lehrern eine größere individuelle Stoffauswahl zu ermöglichen. Die Lehrer brauchen mehr Gestaltungspielraum bei der Stoffauswahl, nicht nur um ihre eigene Kreativität im Unterricht besser zu entfalten, sondern auch oder gerade um auf die Interessen der Schüler besser eingehen zu können.

„Das Gefühl der Kontrolle festigt sich, das Selbstbewusstsein wächst und dadurch die Bereitschaft, unbekannte Bereiche anzugehen, also sich erneut explorativ zu verhalten. Der Einsatz der Methode LdL begünstigt diesen Prozess dadurch, dass die Schüler sich routinemäßig in die Unbestimmtheit und Komplexität des neuen Stoffes begeben, um nach entsprechender Komplexitätsreduktion die neuen Inhalte ihren Mitschülern zu vermitteln.“ schreibt Blog Prof. Dr. Jean-Pol Martin schon in seinem Aufsatz aus dem Jahre 2000. Quelle: http://www.lernen-durch-lehren.de/Material/Publikationen/aufsatz2000.pdf

Genau in diese Richtung sollte das Lernen im Hinblick auf die Anforderungen der heutigen Gesellschaft steuern. Dabei sind die stofflichen Inhalte zunächst einmal zweitrangig, es geht um die Herangehensweise des Problem Lösens, dabei ist auch die Erlernung unbekannter Dinge als Problem (das im Laufe des Unterrichts gelöst wird, indem es verstanden wird) zu betrachten. Manche mögen diesen Ansatz schon als revolutionär im schulischen Kontext verstehen, allerdings hat diese Revolution in der Gesellschaft längst stattgefunden. Die Halbwertszeit des Wissens verkürzt sich ständig, die Wissensmasse erweitert sich dabei trotzdem unaufhörlich. Daher werden sich Schule und Unterricht allgemein auf eine Verschiebung vom stoffbezogenen Unterricht zum problemlösenden Unterricht in der Zukunft einstellen müssen, um nicht irgendwann als analoges Museum ohne Bindung an die Gesellschaft in einer Parallelwelt zu enden.

Bildnachweise:

LdL Grafik: Eigener Entwurf Marc Schakinnis

Rodin (The Thinker) Rechteinhaber: wikipedian user: Pufacz

https://de.wikipedia.org/wiki/Denken Licensing [edit]

Public domain I, the copyright holder of this work, release this work into the public domain. This applies worldwide. In some countries this may not be legally possible; if so: I grant anyone the right to use this work for any purpose, without any conditions, unless such conditions are required by law.

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Junger Bildungskongress 2015 von „Was bildet Ihr uns ein e.V.“

Junger Bildungskongress 2015 #jbk15

Am 29./30.05.2015 führte der Verein „Was bildet Ihr uns ein e.V.“ den Jungen Bildungskongress 2015 durch. Gastgeber dieses Jahr war die Carl v. Ossietzky Schule in Berlin. Nach der auch als Livestream übertragenen Podiumsdiskussion begannen die Zukunftswerkstätten mit verschiedenen Oberthemen. Aber dazu später mehr.

Bevor die Podiumsdiskussion starten durfte, gab es eine sehr aktive und witzig durchgeführte Begrüßungsrunde Dem Inklusionsgedanken folgend wurde die Veranstaltung von Fabienne in Gebärdensprache begleitet. In der Aufsteh- Hinsetzenrunde kam heraus, das Teilnehmer sogar aus der Ukraine angereist waren, der Durchschnittsteilnehmer 28 Jahre alt ist, ca. 30 der TN schon auf dem Jungen Bildungskongress anwesend waren.

Die Podiumsdiskussion war betitelt mit: Jung, betroffen, ungefragt und sollte in das Thema „Wie kann man die Jungen besser am Bildungssystem beteiligen“ einführen. Als Moderator war Mohamed Amjahid gewonnen worden, bekannt unter anderem aus dem aus dem Zeitmagazin, mit diskutieren durften der ehemalige (noch immer sehr engagierte) Berliner Bildungssenator Jürgen Zöllner, Philipp Breder vom Bundesvorstand der Juso-Hochschulgruppen, Katjuscha von Werthern als Expertin für Wissenschaft & Praxis demokratischer Schulentwicklung,, sowie der freie Stuhl zur Einbindung der Teilnehmer, der auch gut besetzt wurde. Die Podiumsdisskussion läßt sich hier als YouTube Video ansehen.

Nach Ende der Podiumsdiskussion begann sofort die Aufteilung in die Zukunfstwerkstätten. Den Ablauf in einer Zukunfstwerkstatt muss man sich folgendermaßen vorstellen. Zunächst wird nach einem kurzen Warming-up in der Kritikphase das Oberthema in allen Bereichen ausführlich kritisiert. Die gesammelten Kritikpunkte werden zu Unterthemen zusammengefasst. Anschließend wird in kleineren Arbeitsgruppen in der Utopiephase eine Idealform entwickelt: „Wie könnte es sein“, wenn man keine Rücksicht auf Macht und andere Ressourcen nehmen müsste. Aus dieser Utopie werden in der Realisierungsphase Punkte die sich in naher Zukunft auch wirklich umsetzen lassen könnten herausgearbeitet. Diese Ergebnisse der Zukunftswerkstätten wurden nochmal auf 2 zentrale Punkte verschlankt und anschließend an das gesamte Publikum des „Jungen Bildungskongresses „ per Fishbowl zurückgegeben. In einer Fishbowl sitzen alle Teilnehmer in größer werdenden Kreisen umeinander herum. Im kleinen Innenkreis besteht das Rederecht. Um eigene Wortmeldungen in die Diskussion einzubringen kann man in den Innenkreis wechseln. Die Methode hat am Samstag sehr gut funktioniert und die eingebrachten Vorschläge aus den einzelnen Zukunftswerkstätten (Themen am Samstag: Frühkindliche Bildung, Lehre_in von morgen, Hochschule und Wirtschaft, Bildung und Vielfalt) wurden in sehr aktiver Runde nochmal sehr kritisch überprüft.

Meine Zukunftswerkstatt am Samstag beschäftigte sich mit dem Thema Hochschule und Wirtschaft. Welche Probleme tauchen auf wenn sich die freie Wirtschaft an Hochschulprojekten in Lehre und Forschung beteiligt. Welche Formen sind erwünscht, welchen Formen steht man aufgrund von Einmischung, Ethik oder unerwünschter Werbung eher kritisch gegenüber. Denken wir dabei an Unternehmen aus der Rüstungsindustrie, die sich in die Hochschule einbringen, an Stiftungslehrstühle die nach Unternehmen benannt werden, Forschungsaufträge, die nur veröffentlicht werden, wenn das Ergebnis auch in die Vorgaben des Unternehmens passt. An Wirtschaftliche Beteiligung zur Finanzierung universitärer Einrichtungen. Wie muss eine akzeptable Beteiligung der Wirtschaft im Hochschulbereich aussehen. Das allein für den Praxisbezug eine Beteiligung der Wirtschaft durchaus erwünscht ist hatte in unser Arbeitsgruppe einstimmigen Konsens.

Aufwertung der Lehre Einfussnahme Ethik Genugistgenug Hoheit des Bildungsauftrages Mitbestimmung OER Praxisrelevanz Hochschule Transparenz ErgebnisHSWirtschaft

Auf den Bildern lassen sich aber hierzu zusammengetragenen Kritikpunkte erfassen, die ein kleines Bild aufzeigen wo solches Engagement der Wirtschaft kritisch betrachtet werden muss, von Menschen die sich mit Bildung auseinandersetzen wollen.

Die schon geordneten Kritiken wurden jetzt in der Visionsphase in Gruppenarbeit wieder aufgenommen. Meine Gruppe beschäftigte sich mit dem Begriff Praxisrelevanz durch Zusammenarbeit von Hochschule und Wirtschaft und entwickelte zunächst folgende Vision:

In der Realisierungsphase haben wir drei zentrale Punkte gesammelt die zur Auswahl für die Fishbowl standen, zwei davon sind letztendlich dort dann auch diskutiert worden.

Sonntag (der nach einem sehr intensiven Tagungstag am Samstag etwas schleppend anfing).

Sicher war dies auch den Verkehrsbehinderungen in Berlin durch zahlreiche Sperrungen in der Innenstadt für ein Radrennen geschuldet. Das war ein bisschen schade, denn die Eröffnung wurde per Livestream im Netz übertragen. Die beiden Moderatoren haben das aber toll gemacht und viele Informationen aus den Vortragsergebnissen an die Außenwelt weitergegeben  Hier Livestream

Meine Zukunftswerkstatt am Sonntag stand unter dem Fokus Hochschule und Partizipation. Dabei freute mich besonders, dass 2 Schüler aus der 12. Klasse der Carl v. Ossietzky-Schule sich für dieses Thema entschieden hatten und ihre Ideen und Vorstellungen dort auch sehr aktiv und konstruktiv einbrachten.

Ein gelungener Kongress mit vielen begeisterten Bildungsrevoluzzern

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Ein Versuch: Eine Woche LdL in der beruflichen Bildung

ldlmoocpraxis

Eine Woche darf ich in einer beruflichen Fortbildung im Bereich der Sonderpädagogik dozieren. Nach dem #ldlmooc und der intensiven Beschäftigung bietet sich an, dieses mit LdL zu versuchen. Zunächst waren da aber einige Unsicherheiten zu klären.

Die Voraussetzungen: Meine Woche ist nur 1 Block (Block 3/5) in einem elfmonatigen Kurs mit insgesamt 5 Blöcken plus einem Praxisblog. Der Lernstoff ist vorgegeben nicht nur anhand eines Curriculums, sondern auch anhand sehr guter Lernskripte, auf die die TN per Moodleumgebung schon seit Kursbeginn Zugriff haben. Bedeutet das aber, dass man den Lernstoff als bekannt oder zumindest als gelesen voraussetzen kann? Wohl eher nicht.  In der Theorie haben wir immer von “spannendem Lernstoff” gesprochen, angepasst auf die Gegebenheiten dieses Kurses muss es besser heißen: “Den Lernstoff spannend machen”

Daran also arbeite ich zur Zeit, den Lernstoff in kleine Portionen zu teilen, die in der Unterrichtszeit von den Teilnehmern selbst erarbeitet und präsentiert werden können. Damit es “spannend” bleibt werden hier je nach Thema verschiedene Methoden der Erarbeitung und der Präsentation kombiniert.

Die Themen werden in Kleingruppen von 2er und 3er Teams erarbeitet und anschließend der Gruppe präsentiert und mit ihr diskutiert.

Plan B wenn es schiefgeht oder sagen wir: es nicht so positiv verläuft wie erwartet: Ja klar, den habe ich schon, strukturiere ihn aber gerade so, dass er immer wieder auf #LdL Elemente,  also auf die Anregung der Eigenaktivität der Teilnehmer zurückführt, einen totalen Umbruch (Rückschritt) in den Frontalunterricht wird es nicht geben. Die Möglichkeit bei Schwierigkeiten der TN einen Lernabschnitt im Frontalunterricht wenigstens einzuführen werde ich aber entsprechend vorbereiten.

Besonders neugierig bin ich auf die Umsetzung eines Talkshow Formats mit den Teilnehmern. Es ist angedacht als Expertenrunde zum Thema Inklusion und WfbM, Wie diese läuft und welche Ergebnisse ich aus didaktischer und auch aus inhaltlicher Perspektive bei diesem Format gewinne, werde ich in Kürze hier berichten. Die inhaltlichen Ergebnisse dieser einstündigen “Talkshow” werden wenn möglich auch direkt aus dem Unterricht mit dem Hashtag #spztalk getwittert.

Über den Verlauf der LdL Woche werde ich hier nach Abschluss berichten.

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Augsburger Allgemeine: wenn Meitinger Schüler zu Lehrern werden.

Jean-Pol Martins Weblog

Augsburger Allgemeine

Realschüler aus Meitingen demonstrieren an der Fronhofer-Realschule in Ingolstadt das Prinzip „Lernen durch Lehren“

Schwer beeindruckt haben 22 Schüler der achten bis zehnten Jahrgangsstufe der Realschule Meitingen in Ingolstadt. Die Meitinger waren mit ihrer Französischlehrerin Isabelle Schuhladen zur Fronhofer-Realschule in Ingolstadt gefahren, um dort den Eltern und Lehrern die komplexe Theorie der Unterrichtsmethode „Lernen durch Lehren“ vorzustellen und über ihre Erfahrungen damit zu berichten.

Der Begründer dieser Theorie, Professor Jean-Pol Martin, war ebenfalls anwesend. Ihm ging es besonders darum, dem Publikum vor Augen zu führen, welch großartige Leistung die jungen Leute gerade auf der Bühne darbieten.

Die Meitinger stellten in mehreren Fachvorträgen wichtige Begriffe vor. Dabei zeigten sie eine große Sicherheit auf der Bühne. Nachdem das Publikum auf diese Weise die Theorie kennengelernt und verstanden hatte, erläuterten Schüler die konkrete Umsetzung in der Praxis. Sie zeigten, wie die Schüler Schritt für Schritt lernen, selber eine Unterrichtsstunde zu…

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Rezension zu LdL ganz konkret

DSCI0024 Laura Cau – “LdL ganz konkret” In der aktuellen Ausgabe (02/15) der Zeitschrift Pädagogik, die als Oberthema “Selbstständiges Lernen im Unterricht fördern” hat, berichtet Laura Cau über ihre Erfahrung bei der Einführung der Unterrichtsmethode  Lernen durch Lehren (LdL). Die von Professor Jean-Pol Martin entwickelte Unterrichtsmethode LdL übergibt die Lehrfunktion zentral an die Schüler selbst. Laura Cau war sowohl Schülerin als auch Studentin bei Prof. Jean-Pol Martin, inzwischen unterrichtet sie selbst und natürlich mit “LdL”. 3 wichtige Sätze aus dem Artikel möchte ich hier noch einmal kurz kommentieren, vor allem um LdL Anfängern den Einstieg zu erleichtern und auch weil sie die wichtigsten sind um diese Methode nicht misszuverstehgen:

  1. Der Lehrer hat nicht weniger Arbeit durch Unterricht in einer LdL- Klasse, es gibt nur eine veränderte Aufgabenverteilung, so schreibt auch Laura Cau in ihrem Artikel,  “Vorbereitung und Unterrichtspräsenz gestalten sich schlichtweg anders als gewohnt.” (Cau, Laura 2015 S.20-21)  Ein wichtiger Punkt, der maßgeblichen Einfluss bei der Einführung von LdL hat. Zum einen müssen die LdL Stunden sehr gut vorbereitet sein, damit die Schüler das Thema selbstständig erarbeiten können, zum anderen muss der Lehrer auch sehr konzentriert den Schülern im Unterricht folgen, nur so kann er entscheiden wann er eingreifen muss oder wann er die Schüler “machen” lassen kann.
  2. Unterrichtsvorbereitung inklusive einem Zeitplan sind enorm wichtige Faktoren, die den Erfolg der Einführung von LdL stark beeinflussen. So schreibt Laura Cau “Gute Vorbereitung ist ein wesentlicher Bestandteil für ebenso guten LdL- Unterricht.” (Cau, Laura 2015 S.21). Dabei ist nicht nur die stoffliche Vorplanung wichtig, sondern auch eine Vorplanung der Rollen- und Aufgabenverteilung, man könnte es als eine Art Regiebuch bezeichnen, notwendig.
  3. Die Schüler dürfen in ihrer Rolle als Unterrichtende auch Fehler machen. “dieser Punkt unterscheidet eine LdL – Kernphase deutlich von einem Referatszirkel.” (Cau, Laura 2015 S.22) Die Fehlerkultur ist eine zentraler Bestandteil des LdL- Unterrichts, in diesem Zusammenhang bietet sich auch eine Trennung der Notenvergabe von den LdL-Phasen an, damit die Schüler sich ohne Ängste am Unterricht beteiligen.

Wer mehr über LdL erfahren möchte kann sich die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift “Pädagogik” hier bestellen, leider nicht als Online-Dokument erhältlich: http://www.beltz.de/index.php?id=189 Quelle: Cau, Laura Lernen durch Lehren – ganz konkret S.20 – 23 (2015) in Pädagogik 2/2015 Weinheim Beltz weitere Quellen zu LdL: www.fightforldl.wordpress.com  der Blog von Laura Cau mit vielen weiteren Tips zu LdL www.ldlmooc.blogspot.de Archiv des ersten LdL Moocs #ldlmooc, auch mit reichlich audiovisuellem Material zu LdL. www.jeanpol.wordpress.com  der Blog des Entwicklers der LdL Methode mit vielen Informationen rund um LdL Berger, Grzega, Spannagel (Herausgeber) Lernen durch Lehren im Fokus (2009) Berlin epubli http://www.epubli.de/shop/buch/Lernen-durch-Lehren-im-Fokus-Berger-Grzega-Spannagel-Herausgeber/6640

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