Habermas spricht zur Krise der europäischen Union

Heute habe ich eine Veranstaltung an der Humboldt Uni Berlin besucht, auf der Jürgen Habermas zur Krise der Eurpäischen Union sprach. Das Audimax der HU platzte aus allen Nähten, viele wollten hören wie der bekannte Philosoph Stellung zur derzeitigen Situation der Eurpapolitik bezieht. Habermas sieht die derzeitige Konstellation der Europapolitik als undemokratisch und vor allem als demokratisch durch nichts legitimiert an. Durch die fehlende Legitimation wächst auch eine fehlende Akzeptanz der Bürger in den einzelnen europäischen Nationen und es entsteht eine negative Haltung zum europäischen Vereinigungsprozess. Die Bürger sehen ihre Stimme nicht vertreten, obwohl sie ständig durch Umsetzungen von europäischen Gesetzen mit den Ergebnissen der Europapolitik konfrontiert werden. Dieser Effekt verstärkt sich in der derzeitigen Finanzkrise und Eurokrise, weil in allen Ländern durch den beschlossenen ,aber durch nichts legitimierten Stabilitätspakt Maßnahmenpakete umgesetzt werden, die direkten Einfluss auf die Lebensführung der Bürger haben.

Direkte Lösungswege oder gar Rezepte zur Problemlösung bietet Habermas nicht an, scheut sich aber zu keiner Zeit die derzeitige Europapolitik immer wieder scharf anzugreifen. Dabei geht der Hauptvorwurf an die (inzwischen nationenübergreifend) politischen Parteien, die sich scheuen europäische Politik auf staatsbürgerliche, demokratische Art zu legitimieren, vor allem aus Angst um Macht- und Einflussverlust. Sie vermeiden es ängstlich Themen von großer Tragweite überhaupt anzusprechen. Auch die Politik der deutschen Regierung sei derzeit nur auf Machterhaltung ausgelegt.

Habermas sieht durch die Finanzkrise und die Machterhaltungspolitik der Regierungen und Parteien ein Europa der zwei Geschwindigkeiten auf uns zu kommen. Auf Nachfrage in der Diskussion im Anschluß seines Vortrages, sah er in diesem Europa der zwei Geschwindigkeiten allerdings auch eine große Chance für den Beitritt der Türkei in die EU.

Um den Gedanken eines wirtschaftlich und politisch geeinten Europas dauerhaft zu verwirklichen fordert Habermas eine Politik die die Intersesse des Bürgers weckt und die durch den Bürger auch legitimiert ist. Dabei verneint er nicht die nationale Politik und die Existenz der Nationalstaaten innerhalb der EU, sondern sieht diese sogar als notwendig und erhaltungswürdig an. Er verurteilt und kritisiert aber die derzeitige Elitepolitik der Regierungen ohne die Mitnahme der Bürger der europäischen Nationen.

Europa nimm Deine Bürger mit ins Boot, könnte sein Wahlspruch zur Europapolitik heißen.

Ohne Identifizierung der Bürger mit der Idee Europa steckt Europa tief in der Krise.

Dieser Beitrag gibt eine Ausschnitt aus dem Vortrag von Jürgen Habermas an der Humboldt Uni Berlin am 16.06.2011 mit meinen Worten und meinem Verständnis wieder. Er erhebt weder Anspruch auf Vollständigkeit noch auf Richtigkeit und dient vornehmlich meiner Verarbeitung des Gehörten.

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2 Kommentare

Eingeordnet unter Bachelor Bildungswissenschaften

2 Antworten zu “Habermas spricht zur Krise der europäischen Union

  1. Birgit Tummes und Eva-MAria Hasenkamp

    hallo Marc, hier grüßen dich die combo-girls. 😀
    Tolle Seite hast du hier eingerichtet!
    Viele liebe grüße senden dir
    Birgit und Eva

  2. Birgit und Eva

    Hi Marc, die Autofahrt mit Eva konnte gar nicht gefährlich werden, denn Eva hat zusätzlich zu den Brechtüten noch einen Intubator im Auto, nebst Rettungsdecken und Rettungsring!
    GLG die beiden Combo Girls 😀

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