Thema: Allgemeine Einführung: Was ist Erziehungswissenschaft

Eine Mitschrift einer 2 tägigen Seminarveranstaltung zum Modul 1B 1. Tag
In der Erziehungswissenschaft besteht eine Dialektik zwischen Theorie und Praxis

interdisziplinäres komplexes Denken gefordert, immer wieder reflektieren und Konzepte und Methoden überdenken
Die Perspektive: halbvolles oder halbleeres Glas, es kommt auf die Vorgeschichte und die individuelle Betrachtungsweise an. Horizonte (verkürzende oder erweiternde) haben einen massiven Einfluss auf die eigene Sichtweise. Bsp. Kartografie mit der Weltkarte in der Tagesschau Mercator Weltkarte mit Europa Zentral und verkleinerter Südhalbkugel, dagegen Nachrichten in Amerika mit dem amerikanischen Kontinent in der Mitte. Mittelpunkttheorie mit Machtanspruch, Wertigkeit und Wichtigkeit beeinflussende Wahrnehmung

es gibt keine objektive Beschreibung der Wirklichkeit, immer ist die Perspektive mitbestimmend
Anmerkungen zum wissenschaftlichen Arbeiten:
Wer? (Autor)
wo kommt er her, aus welcher Schicht, Zeit und auf wen bezieht er sich
Bsp. Bourdieu mittlere Hälfte des 20 JH Frankreich, Marx, Weber
Beck 2.Hälfte des 20 JH Deutschland Wirtschaftsbereich
Was? (Fragestellung)
womit beschäftigt er sich
Bourdieu und Beck wollen soziale Ungleichheit versuchen zu beschreiben
Warum? (Erkenntnisinteresse)
Bourdieu: Sozialist: Warum ist die französische Gesellschaft nicht gerecht
Gegensatz
konkurrierende
Perspektive
Beck: Liberalist: Individualismus, jeder ist seines Glückes Schmied
Wie? (Methode)
beide: qualitative Forschungsmethoden, beschreibend

Wie weit zurück? (Historie /Horizont)
Bourdieu: Materialismus: Beginn 19. JH
Gegensatz
konkurrierende
Perspektive
Beck: Idealismus Globalisierung Beginn 19.JH

Welche Ausgangslage? (Prämissen)
Beck: Spiritualität, innerpsychische Prozesse, Bewusstsein bestimmt Sein
Bourdieu: Sein bestimmt Bewusstsein, in der Gesellschaft durch Habitus geprägt

Welches Menschenbild haben die Soziologen, auf dem Ihre Theorie aufbaut, welche unbeweisbare Prämissen setzen sie voraus, dabei ist das deduktive Denken wichtig => man muss seinen Sachverhalt begründen können.
Aber: Es gibt keine wertfreie Argumentation

Begriffsunterscheidungen:
Pädagogik: => praxisbezogen
Erziehungswissenschaften: => Fokus auf Erzieher – Educand Wirkungen
Bildungswissenschaft: => Lebenslanges Lernen
(auf Piaget´s Konzept des Konstruktivismus begründet => Lernen als aktiver, spontaner Prozess, Lernprozesse nicht planbar, dadurch alte Form und Verständnis zurückgedrängt zu Gunsten von Bildungswissenschaften
Frage: Ist das als Paradigmenwechsel zu verstehen ????????
Alles bildet, aber wenig veredelt => weist auf den nachhaltigen Effekt
Ende Block 1

Thema: Die Globale Schule
In der Schule erreicht der Staat als einzige Institution eine ganze Generation -> Schulpflicht
Aufteilung des Moduls 1 B in:
Paket 1: Gesamtgesellschaft Paket 2: Schule
beides geht um Rahmenbedingungen um die Gesellschaft zu fördern
– Schule als Merkmal von Menschheitsgeschichte!
– Schulpflicht=> Kontrolle (komplexe gesellschaftliche Mikroversion)= sensibler gesellschaftlicher Bereich!!!!!!
Diskurs: gibt 720000 Lehrer- 12 Mio. Schüler- 38.000 Schulen- 100 Schulformen- 30000 verschiedene Schulbücher  Dtl: heterogene Schullandschaft!
Schule als komplexes System in der Gesellschaft
Seit wann gibt es Schule, Frage muss erweitert werden auf:
Wie definiert man Schule
Ab Anfang des 8.JH verbriefte Schulgründungen in Deutschland
(Münster und Osnabrück 797 n.Chr.)

Seit 200 Jahren 2 Kontroversen
1.) Kirche Staat um Ausgestaltung der Schulformen und des Unterrichtsstoffes. bis heute Religionsunterricht gesetzlich den Kirchen (nur evangelisch und katholisch) vorbehalten, mit Ausnahme der Verfassungstreue zum Staat.
2.) progressive, konservative Kräfte gegen linksliberale Kräfte

In Deutschland gibt es (immer noch) ein ausgeprägt selektives Schulsystem.
Schulsysteme sind grundlegend weltweit vergleichbar (PISA), im tertiären Bildungssektor (Universitäten) Vergleich schwerer. Die Engagements der Länder unterscheiden sich erheblich, mit einem Gefälle von reich (wenig Engagement), zu arm hohes Engagement.

Entwicklung der Schule und Schulpflicht

im 18 JH als Preußen die allgemeine Schulpflicht einführt, ist es ein armes, hungerleidendes Land ohne Perspektive => die Hoffnung auf Bildung ist eine Steigerung der Wirtschaftskraft in der beginnenden industriellen Revolution.
andere arme Länder folgten Preußen zügig mit der gleichen Hoffnung
im Vergleich dazu wurde die allgemeine Schulpflicht in Großbritannien und Frankreich, als damals reiche Länder erst nach bzw. im 2. Weltkrieg eingeführt.
1871 Ausspruch der franz. Generäle: wir haben den Krieg gegen die preußischen Lehrmeister verloren.

zur Grafik mit dem englischen Text:
Reformation und Gegen-Reformation:
Luther eröffnet 1. Bildungsrevolution Lesen und Schreiben bringt die Protestanten in den Vorteil gegenüber Katholiken, diese ziehen mit der Gegen-Reformation nach
Luther machte den Kindheitsbegriff erziehbar, es ging weg von der Rechenschaftslehre auf die Eigenverantwortung des Individuums =>
Becks Ansichten auf weltlicher Ebene, was Luther damals kirchlich betrachtet
Macht der Kirche und der Fürstentümer ging nach dem 30 jährigen Krieg mit dem westfälischen Frieden erstmals in die staatliche Souveränität über
Die Menschen standen im Umbruch durch ein Wahrheiten Problem. Durch die 2 großen christlichen Kirchen gab es auf einmal 2 göttliche Wahrheiten.

welche Schul-, (Amts-) sprache? Wer bestimmt dies? Sprachenkampf in EU!!!!!!!
Verträge bestimmen das. England lehrt zum Beispiel Chinesisch. Deutschland hat einen Vertrag mit Frankreich und Polen. Die Schweiz lehrt hochdeutsch…Politik!
Warum ist der englische Königsclan weiterhin am Bestehen? Herkunft!- angeblich Verwandtschaft mit Jesus und zurückzuverfolgende Adelsfamilie.
wenn Schule verändert wird, dann verändert sich das gesamtgesellschaftliche System!!!!!!!!–> Erhalt/nicht Erhalt Nationalstaat!
Amerika Entdeckung, Europa holt entwicklungsgesellschaftlich auf, Dreieckshandel Afrika, Europa, Amerika
Die Entwicklung der Nationalstaaten mit zum ersten Mal konstruierter Legitimation
5 Mythen der Nationalstaaten (engl. Grafik)
1.) Individuum (Idee von Wirklichkeit)
Revolutionen im Mittelalter keine Individualität
Zünfte
Übertragung von Kirche auf Welt durch Reformation (Luther)
2.) Gemeinschaft von Individuen
Mittelalter: Familie ist Standbestimmend
Wer gehörte zur Nationalgesellschaft?
3.) Entwicklung: qualitative Verbesserung der Gesellschaft über die Zeit
4.) Sozialisation und lebenslanges Lernen Kinder werden als langfristig von Nutzen für die Gesamtgesellschaft angesehen.
Modelle: Elias, Bourdieu, Piaget
5.) Leitidee des Staates als Beschützer der Nation (Überlebensgemeinschaft)
repräsentiert nach außen, überwacht den Frieden nach innen
Norbert Elias: Bruch in der Identitätsbildung in Deutschland

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Eingeordnet unter Bachelor Bildungswissenschaften

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