Monatsarchiv: Oktober 2012

4C/ID Modell in einer Schüleraustauschorganisation

Nun ist es endlich erschienen, meine Hausarbeit im Modul 2B Didaktik und Mediendidaktik kann jetzt als Buch oder ebook beim Grin Verlag bestellt werden.

Aus dem Inhalt

Für die so wichtige Auswahl und Vorbereitung der Teilnehmer für das Gelingen eines Schüleraustausches sollten damit betraute Bildungswissenschaftler gut ausgebildet sein, um die vielfältigen Aufgaben kompetent wahrnehmen zu können. Der Lehrplanentwurf hierfür ist in dieser Arbeit findet unter Anwendung des Vier-Komponenten-Instruktionsdesign-Modells (engl. Four-component instructional design model (4C/ID ) realisiert worden, das von dem Psychologen J. van Merriënboer 1997 vorgestellt wurde und auch aktuell weiterentwickelt wird.

Hier könnt ihr das Buch/ebook bestellen.

http://www.grin.com/de/e-book/202743/4c-id-modell-in-einer-schueleraustauschorganisation

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Soziale Lagen (Die Modelle von Hradil und Schwenk)

Zusammenfassung Kapitel Nr. 7 SB 3608

Soziale Lagen

Soziale Lagen bezeichnet ein Konzept, das alternativ zu Klassen und Schichten die sozialen Ungleichheiten an allen Merkmalen und für alle (erwachsenen) Gesellschaftsmitglieder erklären soll.  Hierfür sind verschiedene Modelle mehrdimensional angelegt.

S.Hradil definiert „Soziale Lagen“ wie folgt: Es sind „typische Kontexte von Handlungsbedingungen, die vergleichsweise gute oder schlechte Chancen zur Befriedigung allgemein anerkannter Bedürfnisse gewähren.

Er entwarf sein Modell aus „Verwunderung und Verärgerung darüber, dass die Analyse ungleicher Sozialstruktur in der Bundesrepublik wie auch in anderen fortgeschrittenen Gesellschaften in erster Linie mit Hilfe von Klassen- und Schichtmodellen betrieben wird,  dass diese Schemata aber den heutigen Gegebenheiten ganz offenkundig nicht mehr entsprechen“ (Hradil, 1987:7)

Ein weiteres wichtiges Merkmal in Bezug auf die Lebenslage eines Gesellschaftsmitglieds, die Hradil auch als „Kontexte von (un-)vorteilhaften Handlungsbedingungen“ bezeichnet, ist, dass sie sich untereinander aufeinander auswirken können. So hat Geld eine hohe Auswirkung auf viele andere Lebensbedingungen. Somit sind also nicht alle Komponenten des jeweiligen Situationskontextes gleich wichtig. Hradil spricht daher von „primären“ und „sekundären“ Dimensionen sozialer Ungleichheit (Hradil, 1987:10).

Charakteristische Merkmale von Lagemodellen sind:

  • sie sind mehrdimensional
  • die Dimensionen sind nicht additiv miteinander verbunden
  • Lagen bilden in erster Linie objektive Lebensbedingungen ab
  • müssen nicht notwendigerweise hierarchisch angeordnet sein

Probleme bei der Entwicklung von Modellen „sozialer Ungleiheit“ : die vielfältigen Dimensionen in ein (noch übersichtliches) Strukturmodell der sozialen Ungleichheit umzusetzen.

Den schon früher verwendeten Begriff „soziale Lagen“ machte S. Hradil in seiner Veröffentlichung ( „Sozialstrukturanalyse in einer fortgeschrittenen Gesellschaft. Von Klassen und Schichten zu Lagen und Milieus“ 1987 bekannt.

Hradil hat in seinem Ursprungswerk im Jahr 1987 versucht, auf Grundlage seines Lagen-Konzeptes erstmals ein Modell allgemeiner sozialer Lagen für die Bundesrepublik zu entwerfen (Hradil, 1987:154-156 (Tabelle))9. Daher enthält das Modell 13 verschiedene soziale Lagen sowie deren primäre und sekundäre Dimensionen ungleicher Lebensbedingungen (Lebenslagedimensionen) in ihren Ausprägungen. So ist beispielsweise die Lebenslage eines „Normalverdieners mit mittleren Risiken“ durch ein mittleres Gehalt (primäre Dimension), relativ wenig Risiken (primäre Dimension), mittlere Bildung (sekundäre Dimension), mittleres Prestige (sekundäre Dimension), mittlere formale Macht (sekundäre Dimension), guten Arbeits-, Wohn- und Freizeitbedingungen (sekundäre Dimension) und einer guten sozialen Absicherung (sekundäre Dimension) geprägt. Hradil weist darauf hin, dass in den unteren Statuslagen mehr Dimensionen sozialer Ungleichheit von Bedeutung, als in den oberen Statuslagen. Auch sind in den unterschiedlichen sozialen Lagen zum Teil unterschiedliche Dimensionen wichtig (ebd.:156).

Eine Bedeutung erhält der Status, wenn man die Positionierungen eines Gesellschaftsmitglieds in verschiedenen Dimensionen betrachtet. So kann es beispielsweise zu einer „Statusinkonsistenz“ kommen, wenn der Status eines  Individuums in unterschiedlichen Dimensionen sozialer Ungleichheit keine einheitlichen Positionierungen aufweist. (ebd.). Insgesamt können die in den Dimensionen sozialer Ungleichheit versammelten (un-)vorteilhaften Lebensbedingungen umfangreiche Folgen auf das Handeln und die Lebensweise der Menschen, die von sozialen Gruppierungen geteilt werden können (Hradil, 2006:197).

Der deutsche Otto Schwenk versuchte das Modell von Hradil empirisch anzuwenden und entwickelte in einer Sekundäranalyse der Daten von Hradil Profile sozialer Lagen in  Deutschland, die er grafisch darstellte.

Kennzeichnend für alle Modelle „Sozialer Lagen“ ist die mehrdimensionalität, die es ermöglicht differenzierte Ungleichheitsmerkmale zu beschreiben und nicht mehr den Beruf als dominates Merkmal aufweisen, den Modellen wird aber oft reine Deskription vorgeworfen, ohne eine Erklärung sozialer Ungleichheiten zu geben.

Anmerkung: Zum Kapitel 7 gab es auf Moodle keine Fragen, so habe ich es für Euch relativ knapp zusammengefasst und nur die wichtigsten Kernaussagen exzerpiert.  Zusätzlich habe ich eine BA Arbeit im Netz gefunden, die sich zwar auf Kinderarmut in Brandenburg bezieht aber  im Vorfeld sehr detalliert auf soziale Ungleichheiten eingeht. Dabei beziehen sich so einige Passagen auf den uns als SB 3608 vorliegenden Text von Nicole Burzan. Wen es interressiert hier der Link zum weiterlesen.

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Vortrag „Forschendes Lernen“ mit Hilfe digitaler Medien

Forschendes Lernen mit Unterstützung digitaler Medien hieß ein Vortrag an der FH Potsdam, der vom Forum E-Learning veranstaltet wurde und von Hannah Dürnberger von der Universität Augsburg gehalten wurde. Hier ein kurzer Bericht meiner Eindrücke dieser Veranstaltung. Was ist nun Forschendes Lernen: laut Prof. Ludwig Huber ist es Lernen durch Einbindung der Studierenden in einen Forschungsprozeß. Neben dem Faktenlernen treten dabei auch verschiedene Kompetenzprofile, wie die selbstständige Arbeit, gestalterische Tätigkeiten und das stetige prozessbegleitende Reflektieren der eigenen Arbeit in den Vordergrund. (Huber 2009) Ein großer Vorteil des forschenden Lernens ist laut Hanna Dürnberger, dass schon die Studierenden im Lernprozess neues Wissen generieren. So sah auch das Lernen und Forschen nach den Bildungsidealen des W.v.Humboldt aus:  „Es ist ferner eine Eigentümlichkeit der höheren wissenschaftlichen Anstalten, daß sie die Wissenschaft immer als ein noch nicht ganz aufgelöstes Problem behandeln und daher immer im Forschen bleiben, da die Schule es nur mit fertigen und abgemachten Kenntnissen zu tun hat und lernt. Das Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler wird daher durchaus ein anderes als vorher … Sobald man aufhört, eigentlich Wissenschaft zu suchen, oder sich einbildet, sie brauche nicht aus der Tiefe des Geistes heraus geschaffen, sondern könne durch Sammeln extensiv aneinandergereiht werden, so ist Alles unwiederbringlich und auf ewig verloren … Denn nur die Wissenschaft, die aus dem Innern stammt und ins Innere gepflanzt werden kann, bildet auch den Charakter um …“ (Humboldt, Über die innere und äußere Organisation der höheren wissenschaftlichen Anstalten in Berlin (1809/10). In: Anrich 1956, S. 377 f., 379) ebenfalls in Huber 2009. Damit grenzt Humboldt das „Lernen an einer Universität“ gleichzeitig deutlich vom „Lernen in der Schule“ ab. Der BAK hat 1970 ebenfalls eine Definition für forschendes Lernen herausgegeben, die folgendermaßen lautet:  (Merkmale Forschenden Lernens nach BAK 1970)

• selbstständige Wahl des Themas…

• selbstständige „Strategie“, besonders bez. Methoden, Versuchsanordnungen, Recherchen 

• entsprechendes unbegrenztes Risiko an Irrtümern und Umwegen einerseits, Chance für Zufallsfunde,„fruchtbare Momente“… andererseits

 • dem Anspruch der Wissenschaft zu genügen (z.B. angemessene Prüfung des schon vorhandenen Wissens, Ausdauer, Selbstkritik…)

• Prüfung des Ergebnisses hinsichtlich seiner Abhängigkeit von Hypothesen und Methoden 

• Aufgabe, das erreichte Resultat so darzustellen, dass seine Bedeutung klar und der Weg zu ihm nachprüfbar wird.

Somit trägt forschendes Lernen zur Persönlichkeitsentwicklung bei und ist „Tiefes Lernen“ im Gegensatz zum oft im hektischen BA/MA Studium praktiziertem Bulimielernen auf Wissensabfrageklausuren hin. Wie aus den Zielen und Definitionen oberhalb ersichtlich, fordert „Forschendes Lernen“ sowohl bei den Studierenden, als auch bei den Lehrenden eine  Anpassung der herkömmlichen Lehr- und Lerngewohnheiten und einen Mehraufwand. Dies ist den Studenten wohl nur vermittelbar, wenn auch Prüfungsleistungen in das Konzept des „Forschenden Lernens“ eingebunden werden.

Wie können in den Prozess des „forschenden Lernens nun digitale Medien eingebunden werden und wie können WEB 2.0 Tools den Forschungsprozess der Studierenden unterstützen:

Verschiedene Tools gibt es hier in allen Phasen des Forschungsprozesses. Zum Anfang können Unterlagen von den Lehrenden auf einem LMS System angeboten werden, damit die Studierenden einen Grundstock an Materialien zur Verfügung haben. Erste Forschungsfragen können die Studierenden in Gruppenarbeit mit Mindmapping Programmen (wie diesem z. Bsp.) festhalten  und auf Cloudspeicher allen studierenden Forschern zur Verfügung stellen (z.B Dropbox). Gemeinsame Forschungsergebnisse lassen sich in GoogleDocs oder einem Etherpad festhalten. Fertige Forschungsarbeiten können dann in  Online- Präsentationen veröffentlicht werden (z. Bsp: Slideshare). Natürlich gibt es auch eine Reihe von Tools, die die Kommunikation (Skype) (Twitter) und den Forschungsprozess als Zeit- und Projektplanner (GoogleKalender) begleiten können.

Da immer wieder Datenschutz eine Rolle spielt, ist es sicher auch möglich auf der Uni-Seite mit der genutzten Lernplattform die meisten dieser Werkzeuge für den geschlossenen Kreis der Studierenden zu realisieren und dem Datenschutz Rechnung zu tragen. Dies auch im Sinne des „Forschenden Lernens“ das ja von der Bereitschaft zum Mitmachen aller Studierenden lebt. Für die Endpräsentation wäre allerdings im Sinne der „öffentlichen Wissenschaft“ eine Ergebnisdarstellung in einem öffentlich zugänglichen Tool für mich sehr wünschenswert. Diese kommt auch der Anerkennung der wissenschaftlichen Leistung der Studierenden zugute und fördert die Motivation für weitere „forschende Lernprojekte“.

Die Aufzählung der teilweise verlinkten Tools in diesem Artikel soll rein beispielhaft verstanden werden und nur eine Orientierungshilfe darstellen, sie erhebt weder in Quantität noch in Qualität eine Anspruch auf Vollzähligkeit oder Rangfolge.

Fazit: Der Vortrag hat „Forschendes Lernen“ definiert als am „Forschungsprozess beteiligtes, aktives Lernen, hat auf den Mehraufwand beider Seiten aufmerksam gemacht und eine Reihe von Tools vorgestellt die den Forschungsprozess unterstützen können. Für mich habe ich festgestellt das die Tools selber einem aktiven Fernstudenten in der Regel bekannt sind, die meisten leider nicht im Sinne des „forschenden Lernens“ innerhalb von Modulveranstaltungen genutzt werden können, weil leider noch zu wenig „forschendes Lernen“ seitens der Universitäten angeboten wird. Angesichts sinkender Personalausstattung vs steigenden Studierendenzahlen ist hier ein Umdenken erforderlich um „Forschendes Lernen“ mehr in den Blickpunkz zu rücken. Auch Bedarfs es dann der Anpassung der Prüfungsleistungen, weg von der rezeptiven Klausur, hin zur Ergebnispräsentation kleiner selbstständig erarbeiteter Forschungsergebnisse, -erfolge.

Mein Dank gilt Hannah Dürnberger und dem Forum E-Learning für einen spannenden und informativen Vortrag und auf jeden Fall Petra Wiemer, die den Tip und den Anstoß zum Besuch dieser Veranstaltung gab.

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Semesterstart Wintersemester 2012/13

Das vierte Semester im BA Bildungswissenschaft ist jetzt ca. 1 Woche alt. Die Planungsphase hat begonnen. Es stehen an: Die Module 2A (die verschobene Hausarbeit aus dem letzten Semester), sowie Modul 2C Entwicklungspsychologie und Modul 2D Soziale Ungleichhheit. Die letzten beiden Module werden im März mit einer Klausur abgeschlossen. Das sieht wieder nach einem ziemlichen Lernmarathon aus. Allerdings bin ich mir noch nicht wirklich sicher auch beide Klausuren zu schreiben. Da Entwicklungspsychologie in Mooodle noch nicht freigeschaltet ist, fehlt mir dort noch der genaue Überblick (wieviel Zusatzliteratur, wieviel davon in Englisch, wie ist die Betreuung organisiert). Diese Fragen lassen sich erst nach der Öffnung der Moodleumgebung klären. In Modul 2D Soziale Ungleichheit ist nicht nur Moodle schon offen, sondern wir haben auch schon eine Lerngruppe in Skype hierfür eingerichtet (9 Leute) und die bis jetzt gelesenen Seiten des Moduls waren für mich sehr interresant.  Zurzeit verfolge ich noch die Unstimmigkeiten des letzten Semesters in diesem Modul, aber es scheint sich herauszukristallisieren, dass es eher ein Kommunikationsfehler war, den ich für dieses Semester so nicht mehr erwarte. Für die HA im Modul 2A habe ich ja diesmal auch die Unterstützung aus meiner Traumlerngruppe, die schon im Modul 1C und 1D in den letzten Semestern unendliche Hilfen und sehr viel Spaß beim Lernen gebracht hat. Damit sollte die HA dann flüssig aus der Feder laufen.

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