Monatsarchiv: November 2012

Nachbereitung Online Seminar Moodle Interkontinental und Web 2.0 Applikationen

Danke an Lehrer Online für dieses tolle Seminar auf Adobe Connect. Zwei Deutschlehrerinnen stellten ihr gemeinsames Moodleprojekt für den Unterricht vor und berichteten von ihren Praxiserfahrungen. Das  ganze herrvorragend organisiert und erfrischend und mit Begeisterung vorgetragen. Das besondere Justyna unterrichtet in Polen, Alet in Südafrika, trotzdem arbeiten sie an gemeinsamen Projekten mit ihren Schülern auf einer Moodleplattform und nutzen dabei zusätzlich eine große Bandbreite an Web2.0 Applikationen. Zur Motivation ihrer Schüler auf Moodle zu lernen nutzen sie sehr häufig Bilder zu Themen, die für die Schüler aktuell und interressant sind. Der Rest läuft dann von selbst. Nein natürlich nicht, es ist eine unheimlich intensive Planungsaufgabe, aber durch die Begeisterung und hohen Aktivitäten ihrer Schüler scheinen auch die beiden Lehrerinnen immer wieder zu Höchstform aufzulaufen und neue Ideen auf die Plattform zu bringen. Um die Schüler der beiden Nationen zusammen Deutsch lernen zu lassen, boten sich zum Beispiel im Bereich des interkulturellen Lernens Themen rund um Feste an (Weihnachten), natürlich mit Fotos unterlegt. Ein Forum auf Moodle hierzu füllte sich schnell und das Interesse der Schüler war groß. Um die fremdsprachlichen Schreibfertigkeiten zu unterstützen wurden Wiki´s in Moodle angelegt, hier zeigte sich allerdings auch die erste Einschränkung der Moodleplattform, ein kollaboratives Arbeiten der Schüler ist im Wiki System nicht möglich. Elegant ergänzen die Lehrerinnen dann ihr Moodle mit zahlreichen Web2.0 Applikationen. Trotzdem wurde zunächst aus Wiki´s ganze (Online-) Bücher zusammengestellt. Sogar ein Filmdrehbuch haben sie mit ihren Schülern entwickelt, mit dem großen Ziel den Film auf die Berlinale zu bringen (mal sehen ob es klappt). Wenn nun aber gemeinsames und gleichzeitiges Arbeiten an Projekten gefragt ist setzen Justyna und Alet Tools wie Prezi, Wordle, Hot Potatoes ein und schauen nicht nur auf LearningApps.org nach neuen Programmen zur Unterstützung ihrer Projekte. Dabei mussten sie aber auch des öfteren feststellen, das kostenlose Programme oft nur kurzlebig und wenig beständig sind. In Moodle nutzen sie dagegen öfter Projekte mit einer Abstimmung, da die Aktivität der Schüler stark zunimmt, wenn sie an der Themenwahl für ein Projekt selbst mitwirken können. Wenn dann ein Themenkomplex gemeinsam gefunden ist und ein Moodleforum gestartet ist, werden Banner eingesetzt und überhaupt immer wieder viel mit Fotos gearbeitet. Vokabeltraining wird dann nicht nur im Wiki entwickelt, sondern auch mit Bildern in flickr , die dann mit pimpampum.net noch zu Bildergeschichten weiterverarbeitet werden. Beim Thema Umwelt kamen im Vokabelwiki noch die englischen Begriffe zu den Deutschen hinzu, auch eine sehr sinnvolle Ergänzung.

So richtig ausgetobt haben sich die Schüler beim Thema Essgewohnheiten, hier wurden mit Glogster Rezeptkarten erstellt, mit Calameo wurde das ganze sogar ein Buch.

Um auch spielend zu Lernen setzten die beiden Lehrerinnen wallwisher , Voicethread und auch YouTube ein.

Für Landkarten und Routenplanung verwendete man Excel mit Grafiken, GoogleMaps und tripline und ein Puzzlespiel (natürlich online).

Den Enthusiasmus und Spaß mit der Alet und Justyna den Vortrag rübergebracht haben, die vielen Beispielansichten in ihrer Powerpoint, das alles kann ich hier natürlich so nicht vermitteln und trotzdem denke ich sind es ein paar Anregungen was mit Moodle und Web2.0 so möglich ist, auch oder gerade wenn zwei Schülergruppen gut 10000 km von einander entfernt zusammen lernen. Bleibt noch zu sagen das es natürlich inzwischen auch Treffen in Berlin, Wien und sogar in Südafrika gab, die natürlich mit allerlei Tools und Moodle vorbereitet wurden.

Fazit: Diese beiden Lehrerinnen gehören eigentlich sofort in die Lehrerausbildung, und ich wäre gerne bei den beiden Schüler gewesen.

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Nachbereitung zum E-Learning Symposium an der Universität in Potsdam am 17.11.2012

Nachbereitung zum E-Learning Symposium 2012 an der Universität in Potsdam am 17.11.2012

Eine Tagung die von der Potsdamer AG E-Learning fantastisch organisiert worden ist und mit sehr kurzweiligen Vorträgen gestaltet war. In den Rahmen von drei längeren Hauptvorträgen waren Kurzvorträge eingebettet, zu denen es dann im Foyer ausführliche Poster gab. In den Vortragspausen gaben alle Referenten dazu gerne Auskunft. Vorstellen möchte ich euch zunächst den Vortrag von Prof. Dr. Djamshid Tavangarian von der Forschungsgruppe Rechnerarchitektur der Universität Rostock. Er hielt den ersten von drei Hauptvorträgen. Sein Thema war „ Mit E-Learning gegen Wissensarmut.“ Ihn beschäftigt die Frage rund um den Begriff „Wissensarmut“. Mit seiner Forschungsgruppe baut er das Lehr- Lernportal „Wiki-Learnia auf, das einen möglichen Weg zur Reduzierung von Wissensarmut aufzeigen soll. Zu Bildungsarmut und Informationsarmut gibt es bereits viele Forschungsansätze und –ergebnisse, dagegen ist „Wissensarmut bislang kaum als Forschungsthema aufgegriffen worden. Im Vortrag baut er zunächst den Wissensbegriff auf, über die Information als allgemeinen Begriff, der Bildung als pädagogisch/ didaktisch aufbereiteten Begriff, hin zum Wissen, das den Menschen befähigt zu Handeln und zu Wirken. Dabei lässt sich der Wissensbegriff in zwei Sichtweisen betrachten, einmal aus technischer Sicht (Fakten und Informationen) „Wissen was“ und einmal aus prozessualer Sicht „Wissen wie“. Dem „Wissen“ wird dabei in beiden Sichtweisen heute viel Bedeutsamkeit beigemessen, (Zitat Peter Drucker 1993 „Knowledge is the only meaningful ressource today“.) Dabei ist Wissen kulturspezifisch, kontext-, zeit- und ortsabhängig und hat durchaus auch eine begrenzte Lebensdauer in seinem Verwertungszusammenhang (Bsp. Ein Schallplattenbauer kann heute mit seinem hochspezifizierten Wissen kaum noch einen Job bekommen). Wie entsteht nun „Wissen“: Durch Lernen, Beobachtung, Wdh. von Aktionen, Gewinnung von Erfahrung, Aufnahme von Informationen über die eigenen Sinne (Lesen, Hören, Sehen, Kommunizieren, Wissensakkumulation, ineinander erweiterndes Wissen. Abgefragt und bescheinigt wird Wissen über eine vielfältige Wissenszertifizierung, mit Prüfungen, Tests, Demonstrationen, Kreationen und Erstellung von Exponaten. Hier lässt sich nun die Frage nach der Wissensarmut aufrufen. „Nichts Wissen“ ist beim Menschen kaum möglich, aber das Wissen zur einfachsten Alltagsbewältigung bezeichnet man als Instinkte (Urwissen), es wird im wissenschaftlichen Sinne nicht dem „Wissensbegriff“ zugeordnet. Normales Wissen wird benötigt um Arbeit selbst auszuführen, die Steigerung ist Metawissen, als Wissen um Wissensprozesse zu organisieren. Wie entsteht nun Wissensarmut: durch Mängel im Bildungssystem (Risikogruppen nach der Pisa Definition mit geringen Kompetenzen, aber auch durch Informationsoverload (zu viele und/ oder verschmutzte Daten) sowie fehlende Fähigkeiten Informationen zu bewerten und zu sortieren. Durch hierarchische Prozessstrukturen, Ablenkungseffekte (beim Medienkonsum), Ressourcenprobleme (gehörlos, blind), Kommunikationsdefizite, finanzieller Armut, und unzureichenden kognitiven Fähigkeiten ist Wissensarmut auch heute noch in den Industrienationen zu finden. Maßnahmen gegen Wissensarmut: Wie sehen nun die Maßnahmen gegen Wissensarmut aus und wie kann E-Learning diese Maßnahmen unterstützen? Wissenserwerb setzt zunächst einmal aktives Handeln voraus. Dafür brauchen wir Motivation und die Förderung des selbstständigen Lernens. Dabei muss die Förderung an die jeweiligen Vorraussetzungen unterschiedlicher Personen angepasst werden (Vorwissen und Geschwindigkeit des Wissenserwerbsprozesses sind zu berücksichtigen). Hierzu können Medien genutzt werden, die im Aufbau aber das Medium nicht nur als Werkzeug betrachten sollten, sondern auch didaktische Verfahren nutzen müssen um erfolgsversprechend zu sein. Das heißt Programme entwickeln, die Lernmotivation steigern, Feedback geben können und die globalen Informationsmöglichkeiten des Internets mit einbinden. Dann können Medien im audiovisuellen Bereich den Wissenserwerb gewinnbringend unterstützen. Nachteilig werden die mangelnde Fremdkontrolle und die fehlenden Effekte der Sozialisierung angesehen (man denke hier an das Buch „Digitale Demenz“ von Manfred Spitzer.
Die Herausforderung für Wiki Learnia ist also ein E-learning Portal für die Digital Natives zu schaffen, das unter Einsatz sozialer Netzwerke formales, informales, soziales, individuelles und kolloboratives Wissen vermitteln kann. Damit soll die heutzutage so wichtige Wissenszertifizierung ermöglicht werden und es soll dem Konzept des „Lebenslangen Lernes“ folgend, modular weiterbildend aufgebaut sein. Eine weitere Forderung an das Portal ist die Offenheit, jeder soll an der Gestaltung mitwirken können. Ziel ist damit eine Wissensplattform für alle Rezipientenarten aufzubauen. Dabei wird eine tutorielle Unterstützung und eine Zertifikation aber nicht kostenlos bereitgestellt werden können. Hier sehe ich wiederum Politik und Staat gefordert soziale Ungleichheiten auszugleichen und auch die Zertifizierung von Wissen etwaigen sozial Benachteiligten zu ermöglichen. Andernfalls wird Wiki-Learnia schon bei dem Punkt der Lernmotivation dem Anspruch des Kampfes gegen Wissensarmut nicht gerecht werden. Wie immer dient auch dieser Blogbeitrag vornehmlich meiner eigenen Verarbeitung und erhebt weder Anspruch auf Vollständigkeit, noch auf Richtigkeit. Bei Diskussionsbedarf oder Fehlern freue ich mich aber immer auf Kommentare und Anmerkungen.

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