Warum OER auch für Deutschland wichtig sind.

OER

Warum OER in Deutschland bisher (noch) nicht institutionell gefördert wird.

OER (Open Educational Ressources dt. Offene Bildungsmaterialien) haben in Deutschland noch keine Lobby. Während es im englischen Sprachraum seit der Offensive des MIT im Jahre  2001 mit Gründung der OpenCourseWare-Initiative, bei der zum ersten mal eine Universität den freien Zugriff auf den Großteil  ihrer Lehr- Lernressourcen gewährte, verstecken sich deutsche Hochschulen hinter dem Urheberrecht und Verwertungsrechten und halten ihre Wissensbestände unter Verschluss. Hier stellt sich die Frage ob wir in Deutschland damit den Anschluss an neuartige Bildungsformen verpassen könnten. Der Begriff OER wird seit 2002 in der Unesco diskutiert, das sind mittlerweile 11 Jahre, in denen in Deutschland die OER Bewegung ein Schattendasein jenseits der Unterstützung öffentlicher Institutionen führt. In Österreich sind mit der TU Graz und der Universität Klagenfurt, die dem Beispiel des MIT folgte und mit OpenCourseWare Klagenfurt ein frei zugängliches Archiv für Lehrmaterialien, die in der Form von Kursen (Lehrveranstaltungen) organisiert sind, zur Verfügung stellt. Die TU Graz verfolgt eine Open Content Strategie und bietet mit den bereitgestellten offenen Bildungsmaterialien einen unterstützenden Zugang zum kollaborativen Lehren und Lernen. Dabei setzt sie konsequent auf die Creative Commons Lizenzierung die eine detailliertere Wahrung der geistigen Eigentumsrechte erlaubt und trotzdem kollaboratives Arbeiten und Lernen ermöglicht.

Die Halbwertszeit des Wissens macht OER so wichtig und so interessant?

Wenn Lehr- Lernmaterialien nach den eigenen Bedürfnissen aus unterschiedlichen Quellen ausgewählt, benutzt, kombiniert und weiterverwertet werden dürfen, steigert das die Motivation vieler Lehrender und Lernende. Insbesondere das beim Lernen erstellte Material zu teilen und somit die Möglichkeit auf ein breites Feedback seiner eigenen Materialien zu bekommen wird für die Lernenden der Zukunft immer wichtiger. Das heutige Wissen vermehrt sich mit immer höheren Geschwindigkeiten und unveränderbares Lehrmaterial veraltet zusehends schneller. Das ist nach meiner Meinung auch der Knackpunkt warum sich auch Deutschland mit OER umfassend und institutionell gefördert mit Offenen Bildungsinhalten beschäftigen muss. Lebenslanges Lernen bedeutet sein Wissen ständig zu erweitern und anzupassen. Das geht nicht mit veraltetem Lehrmaterial, das nicht verändert werden darf. Wer sich also nicht mit OER beschäftigt wird in der Zukunft wohl auch nicht auf dem aktuellen Wissensstand sein, sondern (urheberrechtlich geschütztes) veraltetes Wissen mit sich herumschleppen. Andersrum formuliert, es macht kein Sinn Wissen unter Verschluss zu halten, wenn es ohne Anpassung in immer kürzeren Abständen wertlos wird.

Sind das nur alles nur angstmachende Metaphern ?

Dem Autor hier ist durchaus bewusst, das der Begriff Halbwertszeit in Bezug auf Wissen sehr ambivalent betrachtet werden kann und es mehr Metapher als Analogie zur Halbwertszeit radioaktiver Stoffe ist. Christian Wolff hat sich hier kritisch mit Metaphern und Analogien der Wissensgesellschaft auseinandergesetzt. Aber selbst Wolff kommt in seinem Fazit zu folgendem Schluss: In einem produktiven Sinne könnte man die Ansätze kollektiver Wissenserarbeitung durch moderne Wissensmanagementansätze als einen Schritt in diese Richtung betrachten. Der Erfolg der Online-Enzyklopädie Wikipedia lässt sich ebenfalls in diesem Sinn interpretieren. (aus: Christian Wolff “Die Halbwertszeit der Wissenszwerge  Anmerkungen zu einigen »Mythen der Wissensgesellschaft” abgerufen am 18.11.2013 http://epub.uni-regensburg.de/6814/1/080208_Wolff_Beitrag_Ignoranz.pdf ). Und Wikipedia ist ein klassisches Beispiel, wenn nicht gar das Beispiel für die Wichtigkeit von OER.

Fazit: OER Machen gilt für jeden Einzelnen  und gerade auch für institutionelle Bereiche

OER gehört gerade in Deutschland und im deutschsprachigen Raum von institutioneller Seite dringend unterstützt und ausgebaut, um auch in der Zukunft technologisch und wissenschaftlich konkurrenzfähig zu bleiben. Denn für Wissen gilt, es wird besser wenn es geteilt wird. Wer sich stärker mit OER auseinandersetzen möchte findet auf den Seiten des #COER13, einem offenen Onlinekurs zu offenen Bildungsmaterialien eine sehr vielfältige Ausgangsseite.

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Bachelor Bildungswissenschaften

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s