Monatsarchiv: September 2014

Aufgabe 1 zum 1.Hangout des #ldlmooc2

Für die 1. Aufgabe zum seit dem 22.09.2014 laufenden ldlmooc2 habe ich einen Text von Prof.Dr. Joachim Grezga gewählt. Der Text „Das Leben für Lerner und Lehrer spannender machen“ ist erschienen in „Lernen durch Lernen im Fokus“  und als Einführung in die Methode LdL gedacht. Er lässt sich aber auch wunderbar für die Überprüfung eigens entwickelter LdL Einheiten an der Theorie verwenden. Aus diesem Grunde soll meine Präsentation ein kleiner Begleiter sein, für diejenigen die eigene Entwürfe an der LdL Theorie überprüfen möchten. Also evaluiert doch mal eure eigenen Unterrichtsentwürfe anhand meiner Prezi und gebt mir Rückmeldung wie weit ihr die LdL Theorie in Eurem Entwurf eingearbeitet habt. Was fehlt in meiner Präsentation um eine UE schnell an der Theorie evaluieren zu können. Gemeinsam (ganz im Sinne von LdL, lässt sich vielleicht eine Prezi entwickeln mit der man schnell Schwachstellen in eigenen Entwürfen lokalisieren und verbessern kann.

 

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Der 2. LdLmooc startet in Kürze diesmal unter der Leitung von Peter Ringeisen

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Die Vernebelung des Bildungsbegriffes

Sonnenuntergang am Teltowkanal 2013 von Marc Schakinnis

Bild:2013  Marc Schakinnis

Die Vernebelung des Bildungsbegriffes
Gerade ist der neue Bildungsbericht der OECD erschienen. Schon im Vorwort des über siebenhundertseitigen Berichtes tauchen in Bezug auf den Bildungsbegriff sehr widersprüchliche Aussagen auf. Da ist die Rede von Effizienz der Bildungsvermittlung, bessere Bildungspolitik um die wirtschaftlichen und sozialen Aussichten des Einzelnen zu verbessern, gestiegene Bildungsnachfrage, quantitativer Indikatoren und „Bildung auf einen Blick“ , Bildungserfolge, Erträge von Investitionen in Bildung. OECD (englisch Organisation for Economic Co-operation and Development) also die „Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hat natürlich schon per definitionem eine strengere Affinität zum „Ausbildungsbegriff“, als zum „Bildungsbegriff“ dennoch wird in diesem Bericht der eigentliche Bildungsbegriff zu Gunsten von Wissens- und Kompetenzvermittlung völlig verdrängt. Natürlich ist dieses Phänomen der unscharfen Trennung der Begriffe Bildung und Ausbildung nicht neu. Schon 1872 formulierte Friedrich Nietzsche in seinen Vorlesungen über „Die Zukunft unserer Bildungsanstalten“: „Möglichst viel Erkenntnis und Bildung – daher möglichst viel Produktion und Bedürfnis –daher möglichst viel Glück – so lautet etwa die Formel.“ (Nietzsche 1872/1957, S. 191). Die 5teilige Vorlesung von Friedrich Nietzsche ist übrigens hier wunderbar dokumentiert. Was ist also heute in den Zeiten von empirischer, quantitativer Forschung und der Bildungsberichterstattung von Organisation die sich der Marktwirtschaft verschrieben haben noch übrig von dem Bildungsbegriff aus den Zeiten der Aufklärung, die ihn nicht entwickelt aber doch populär gemacht hat. Der umgangssprachlich oft sehr flach verwendete Bildungsbegriff hat auch in der heutigen Zeit noch ein sehr komplexes Konstrukt. Studenten der pädagogischen Disziplinen lernen in den Einführungsveranstaltungen stets: Bildung ist nicht Ausbildung, sondern vielmehr eine reflexive Auseinandersetzung des Menschen zu sich und zur Welt. Laut Wilhelm v. Humboldt besteht die Bildung des Menschen darin, die individuell verschiedenen Kräfte, Verstand und Vernunft, moralisches Handeln, Emotionen, künstlerische Gestaltungsfähigkeit und Phantasie so zu fördern, dass kein Vermögen ein anderes behindert oder gar unterdrückt. Er fordert „Bildung als wahrer Zweck des Menschen“. Dabei beinhaltet der Bildungsbegriff zeitliche Unterbrechungen und Verzögerungen die völlig gegensätzlich zu den ausbildungsorientierten Forderungen der Bildungspolitik im Rahmen von Pisa, Bologna und auch dem OECD Bildungsbericht stehen. Eine schnelle, effiziente und effektive Bildung, die nicht an der Bildung sondern an der Verwertung von erlangten Fertigkeiten und Fähigkeiten interessiert ist steht der ursprünglichen Tradition des „Bildungsbegriffes heute gegenüber. „So zeigt sich vor dem Hintergrund einer Ökonomisierung des Bildungsgedankens die Gefahr der Verkürzung des Bildungsbegriffs auf Nutzenkalküle, deren Ursprung in betriebswirtschaftlichen Denk- und Handlungsmustern liegt“ Quelle: Wigger, L. (Hrsg.), Vogel, P. (Hrsg.), Dörpinghaus, A. (Autor), Poenitsch, A. (Autor) 3. Auflage 2009 Einführung in die Theorie der Bildung WBG Darmstadt S.95f) Aber auch der verkürzte Bildungsbegriff beinhaltet große Teile und vor allem Voraussetzungen für den Bildungsbegriff im Sinne der „Sorge um sich selbst“ und „einer Auseinandersetzung von sich und Welt“.

Bildung muss immer auch als in ein gesamtgesellschaftliches Konstrukt eingebunden betrachtet werden. Ohne Kompetenzen oder Fertigkeiten und Fähigkeiten kann sich der Mensch in der heutigen technisch, wirtschaftlich und wissenschaftlich hoch komplexen Welt und Gesellschaft nicht mehr orientieren. Um sich in der heutigen Welt „zu bilden“ also reflexiv mit sich und dem eigenen Bezug zur Welt auseinandersetzen zu können, bedarf es Wissen und Kompetenzen um die technische Welt zu begreifen. Bildung umfasst dabei Wissen, Urteilsvermögen, Reflexion und eine kritische Distanz zur Welt. Hier scheint die OECD Studie eher die Bereiche Wissen und Urteilsvermögen zu überprüfen. So ist der Seite 30 des Reports zu entnehmen, dass die grundlegenden Kompetenzen Erwachsener hauptsächlich per computergestützter Erhebung ausgewertet wurde, hier spricht die OECD Studie also wenigstens auch formgerecht von Kompetenzen und nicht von Bildung.
Auf Deutschland bezogen zeigt der OECD Bildungsbericht auf, dass die soziale Herkunft weiterhin einen Großteil der Bildungschancen bestimmt. Trotz zahlreicher Förderprogramme und politischer Versprechen ist „Aufstieg durch Bildung“ in Deutschland gerade für Menschen aus finanziell schwächer gestellten Schichten nicht oder kaum realisierbar. Verschärft wird diese Situation noch durch eine immer stärker zunehmende Einkommenskluft zwischen akademisch und nicht akademisch ausgebildeten Arbeitskräften. Sind die Opportunitätskosten für Lernende aus sozial schwächeren Schichten vielleicht einfach zu hoch? Nicht nur zurückzuzahlendes Bafög, sondern auch die Steuer- und Sozialversicherungskosten bei studentischen Jobs machen es jungen Studenten inzwischen schwierig sich ein Studium zu finanzieren, oder es mit bewusstem finanziellem Verschuldungsrisiko überhaupt zu beginnen. Müssen wir nach der Bologna Reform, an den Universitäten in Zukunft auch Teilzeitstudienplätze anbieten, um junge Menschen nach einer Ausbildung ein Studium zu ermöglichen, bei dem sie mit einem Teilzeitarbeitsplatz ihren Lebensunterhalt selbst verdienen. Bis jetzt sind solche Möglichkeiten noch rar gesät. Die Verschulung der Studiengänge erschweren die Möglichkeit sich sein Studium so einzuteilen, dass nebenbei der Lebensunterhalt verdient werden kann. NRW will in seinem neuen Hochschulgesetz das Teilzeitstudium als erstes Bundesland ordentlich regeln. Dies soll Studierende mit Kind und berufstätige Studenten entlasten. Ein Weg in die richtige Richtung um mehr als die bisherigen 14 Prozent der Studenten ein geregeltes Teilzeitstudium ohne Überschreitung der Regelstudienzeit zu ermöglichen. Quelle: http://www.welt.de/regionales/koeln/article122003399/NRW-will-seine-Unis-behueten-und-beschuetzen.html
Im Sinne des Bildungsbegriffes kann die Möglichkeit des Teilzeitstudiums ebenfalls positiv eingeordnet werden, ermöglicht sie doch neben den Erfahrungen im praktischen Berufsalltag das Studium auch als Reflektion dieser Erfahrungen zu nutzen. Denn schon der Schweizer Staatsrechtler Carl Hilty sagte: „Die Bildung kommt nicht vom Lesen, sondern vom Nachdenken über das Gelesene“

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