Junger Bildungskongress 2015 von „Was bildet Ihr uns ein e.V.“

Junger Bildungskongress 2015 #jbk15

Am 29./30.05.2015 führte der Verein „Was bildet Ihr uns ein e.V.“ den Jungen Bildungskongress 2015 durch. Gastgeber dieses Jahr war die Carl v. Ossietzky Schule in Berlin. Nach der auch als Livestream übertragenen Podiumsdiskussion begannen die Zukunftswerkstätten mit verschiedenen Oberthemen. Aber dazu später mehr.

Bevor die Podiumsdiskussion starten durfte, gab es eine sehr aktive und witzig durchgeführte Begrüßungsrunde Dem Inklusionsgedanken folgend wurde die Veranstaltung von Fabienne in Gebärdensprache begleitet. In der Aufsteh- Hinsetzenrunde kam heraus, das Teilnehmer sogar aus der Ukraine angereist waren, der Durchschnittsteilnehmer 28 Jahre alt ist, ca. 30 der TN schon auf dem Jungen Bildungskongress anwesend waren.

Die Podiumsdiskussion war betitelt mit: Jung, betroffen, ungefragt und sollte in das Thema „Wie kann man die Jungen besser am Bildungssystem beteiligen“ einführen. Als Moderator war Mohamed Amjahid gewonnen worden, bekannt unter anderem aus dem aus dem Zeitmagazin, mit diskutieren durften der ehemalige (noch immer sehr engagierte) Berliner Bildungssenator Jürgen Zöllner, Philipp Breder vom Bundesvorstand der Juso-Hochschulgruppen, Katjuscha von Werthern als Expertin für Wissenschaft & Praxis demokratischer Schulentwicklung,, sowie der freie Stuhl zur Einbindung der Teilnehmer, der auch gut besetzt wurde. Die Podiumsdisskussion läßt sich hier als YouTube Video ansehen.

Nach Ende der Podiumsdiskussion begann sofort die Aufteilung in die Zukunfstwerkstätten. Den Ablauf in einer Zukunfstwerkstatt muss man sich folgendermaßen vorstellen. Zunächst wird nach einem kurzen Warming-up in der Kritikphase das Oberthema in allen Bereichen ausführlich kritisiert. Die gesammelten Kritikpunkte werden zu Unterthemen zusammengefasst. Anschließend wird in kleineren Arbeitsgruppen in der Utopiephase eine Idealform entwickelt: „Wie könnte es sein“, wenn man keine Rücksicht auf Macht und andere Ressourcen nehmen müsste. Aus dieser Utopie werden in der Realisierungsphase Punkte die sich in naher Zukunft auch wirklich umsetzen lassen könnten herausgearbeitet. Diese Ergebnisse der Zukunftswerkstätten wurden nochmal auf 2 zentrale Punkte verschlankt und anschließend an das gesamte Publikum des „Jungen Bildungskongresses „ per Fishbowl zurückgegeben. In einer Fishbowl sitzen alle Teilnehmer in größer werdenden Kreisen umeinander herum. Im kleinen Innenkreis besteht das Rederecht. Um eigene Wortmeldungen in die Diskussion einzubringen kann man in den Innenkreis wechseln. Die Methode hat am Samstag sehr gut funktioniert und die eingebrachten Vorschläge aus den einzelnen Zukunftswerkstätten (Themen am Samstag: Frühkindliche Bildung, Lehre_in von morgen, Hochschule und Wirtschaft, Bildung und Vielfalt) wurden in sehr aktiver Runde nochmal sehr kritisch überprüft.

Meine Zukunftswerkstatt am Samstag beschäftigte sich mit dem Thema Hochschule und Wirtschaft. Welche Probleme tauchen auf wenn sich die freie Wirtschaft an Hochschulprojekten in Lehre und Forschung beteiligt. Welche Formen sind erwünscht, welchen Formen steht man aufgrund von Einmischung, Ethik oder unerwünschter Werbung eher kritisch gegenüber. Denken wir dabei an Unternehmen aus der Rüstungsindustrie, die sich in die Hochschule einbringen, an Stiftungslehrstühle die nach Unternehmen benannt werden, Forschungsaufträge, die nur veröffentlicht werden, wenn das Ergebnis auch in die Vorgaben des Unternehmens passt. An Wirtschaftliche Beteiligung zur Finanzierung universitärer Einrichtungen. Wie muss eine akzeptable Beteiligung der Wirtschaft im Hochschulbereich aussehen. Das allein für den Praxisbezug eine Beteiligung der Wirtschaft durchaus erwünscht ist hatte in unser Arbeitsgruppe einstimmigen Konsens.

Aufwertung der Lehre Einfussnahme Ethik Genugistgenug Hoheit des Bildungsauftrages Mitbestimmung OER Praxisrelevanz Hochschule Transparenz ErgebnisHSWirtschaft

Auf den Bildern lassen sich aber hierzu zusammengetragenen Kritikpunkte erfassen, die ein kleines Bild aufzeigen wo solches Engagement der Wirtschaft kritisch betrachtet werden muss, von Menschen die sich mit Bildung auseinandersetzen wollen.

Die schon geordneten Kritiken wurden jetzt in der Visionsphase in Gruppenarbeit wieder aufgenommen. Meine Gruppe beschäftigte sich mit dem Begriff Praxisrelevanz durch Zusammenarbeit von Hochschule und Wirtschaft und entwickelte zunächst folgende Vision:

In der Realisierungsphase haben wir drei zentrale Punkte gesammelt die zur Auswahl für die Fishbowl standen, zwei davon sind letztendlich dort dann auch diskutiert worden.

Sonntag (der nach einem sehr intensiven Tagungstag am Samstag etwas schleppend anfing).

Sicher war dies auch den Verkehrsbehinderungen in Berlin durch zahlreiche Sperrungen in der Innenstadt für ein Radrennen geschuldet. Das war ein bisschen schade, denn die Eröffnung wurde per Livestream im Netz übertragen. Die beiden Moderatoren haben das aber toll gemacht und viele Informationen aus den Vortragsergebnissen an die Außenwelt weitergegeben  Hier Livestream

Meine Zukunftswerkstatt am Sonntag stand unter dem Fokus Hochschule und Partizipation. Dabei freute mich besonders, dass 2 Schüler aus der 12. Klasse der Carl v. Ossietzky-Schule sich für dieses Thema entschieden hatten und ihre Ideen und Vorstellungen dort auch sehr aktiv und konstruktiv einbrachten.

Ein gelungener Kongress mit vielen begeisterten Bildungsrevoluzzern

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2 Kommentare

Eingeordnet unter Bachelor Bildungswissenschaften

2 Antworten zu “Junger Bildungskongress 2015 von „Was bildet Ihr uns ein e.V.“

  1. Pingback: Beginnt die Bildungsrevolution mit einem Workshop? Eindrücke vom Jungen Bildungskongress 2015 | Gl*tzerstraße

  2. Danke für den ausführlichen Beitrag, Marc! Super, dass du eure Arbeit in der ZW auch fotografisch dokumentiert hast. Morgen veröffentlichen wir übrigens den 2. Film der Jungen Pressegruppe auf unserem Blog!

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