Herausforderung Digitale Medienkompetenz in der politischen Bildung

Die Nutzung digitaler Medien wird zunehmend wichtiger um politische Mehrheiten zu generieren, könnte man aus Sicht der politischen Akteure in der heutigen Zeit sagen. Für den Bürger und Wähler stellt das zunehmend höhere Anforderungen an eine digitale Medienkompetenz, wenn er in der Demokratie weiterhin als freies und mündiges Mitglied der Gesellschaft partizipieren möchte?

Notwendig für eine mündige medienpolitische Urteilsfindung sind in unserem Zeitalter also Wissen über digitale Medien, Fähigkeiten im Umgang mit digitalen Medien und ein medienkritisches Denken  (vgl. Gapski, H; Oberle, M; Staufer, W 2017 S.17).  Nach Pöttinger heißt Medienkompetenz auch Informationsquellen richtig bewerten zu lernen und die Folgen eigener Beiträge richtig einschätzen zu können (2016 S.21)

Big Data also die massenhafte Speicherung von Daten wird heute auch schon von politischen Akteuren zur Beeinflussung von Wählern genutzt, wie individualisierte Werbekampagnen in den Brexit Abstimmungen in Großbritannien und der US Präsidentschaftswahl 2016 gezeigt haben (vgl. Feuerschütz, F. 2017 S.185). Individuen brauchen also Kompetenzen, die eine Beurteilung von Fakten ermöglicht, um News von Fake News und aber auch Informationen  von gezielter Werbebeeinflussung unterscheiden zu können. Ferner ist ein kritischer Umgang bei der preisgabe eigener persönlicher Daten notwendig, um nicht zum Spielball von Datenanalysten zu werden.

Dabei sind die Möglichkeiten und deren Kombinationen in der digitalen Welt heute sehr umfangreich. Feuerschütz betrachtet im Hinblick auf politische Bildung die Felder „Neue Medien, Big Data und digitale Identität“, macht aber deutlich das diese drei Begriffe das Feld der digitalen politischen Bildung bei weitem nicht erschließen , sondern nur aufspannen können (2017 S.186ff).

Zu beachten, meine ich, ist dabei auch die doppelte Filterblase in sozialen Netzwerken wie zum Beispiel Facebook. Doppelt weil man erstens in der Blase der eigenen „Freunde“ feststeckt, die man vielleicht kennt oder bei denen man gemeinsame Interessen festgestellt hat, zweitens werden seitens des Anbieters (hier Facebook) über Algorithmen immer wieder die gleichen Interessen bedient bzw. angezeigt, dies kann der Meinungsvielfalt stark entgegenwirken und verhindern das man einen objektiven Überblick über politische Strömungen und aktuelle politische Themen erhält.

Am 17.01.2020 findet ein digitales Barcamp der Fernuniversität in Hagen statt. Gerne würde ich mit Interessierten in einer Session über Möglichkeiten diskutieren, in welcher Form digitale Medienkompetenz im Hinblick auf die oben genannten Stichpunkte heutzutage vermittelt werden kann und welche weiteren Blickrichtungen und Facetten im Hinblick darauf noch zu beachten sind.

Freue mich auf eine spannende Diskussion. Hier der Link zum Barcamp www.barcampdigital.fernuni-hagen.de/

 

Quellen:

Gapski, Harald; Oberle, Monika; Staufer, Walter (2017) Medienkompetenz Schriftenreihe bpb Band 10111 Bonn

Feuerschütz, Frank. (2017) Digitalisierung – Eine neue Herausforderung in der politischen Jugendbildung in Achour,Sabine.; Gill Thomas. Was politische Bildung alles sein kann 2017 Wochenschauverlag Schwalbach

Pöttinger, Ida (2016) Doing Politics. Zehn Gründe warum gerade jetzt Medienkompetenz so wichtig ist. kopaed 50/2016 Bielefeld

 

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Eingeordnet unter Bachelor Bildungswissenschaften

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