Archiv der Kategorie: MOOC

Gedichte oder Steuererklärung: Welchen Schulstoff brauchen wir?

UnbenanntDieser Tweet einer Schülerin löste heftige Diskussionen in der Bildungsgemeinschaft aus. Sie beklagte zu wenig über Alltagswissen gelernt zu haben, dafür aber Gedichtanalysen in mehreren Sprachen schreiben zu können. Michael Hengstenberg erwidert in einem Kommentar auf Spiegel Online Schulspiegel Zeit zu verplempern in der Schule sei ein Privileg für Schüler, genau wie das Privileg mal Unsinn zu verzapfen. Eine für mich fragwürdige Interpretation der These „Bildung braucht Zeit“, die sehr wohl einen wichtige Stellung in Bildungs- und Lernprozessen hat. Schule muss heute sehr vielen Aufgaben gerecht werden, sie soll den Lernstoff bereitstellen, der auf das Leben vorbereitet und die Schüler in die Gesellschaft sozial integrieren. Der Lernstoff wächst mit der technischen Entwicklung stark an und auch die Sozialisation wird in modernen, globalen Gesellschaftsformen und der Notwendigkeit sich global mit Kulturen auskennen zu müssen sehr viel komplexer. Nicht selten wird eine fehlende Sozialisation junger Leute dem Versagen der Schule zugeschrieben. Trotz dieser vielschichtigen Aufgaben soll Schule auch den Blick auf den prozessuralen Charakter der Bildung nicht verlieren. Diese Prozesse brauchen Zeit, dass ist zahlreich diskutiert worden, vor allem im Kontext der Abiturerlangung nach 12 oder 13 Schuljahren (auch als G7 G8 bekannt), ein Gespräch auf  Deutschlandradio Kultur mit Prof. Heinz-Elmar Tenorth mit dem provokativen Titel „Turbo Lernen“ gibt einen guten Überblick über diese Diskussion.

Aber mit dem Zeitbegriff für Bildungsprozesse angestaubten und lebensweltfremden Unterrichtsstoff zu verteidigen ist mir deutlich zu einfach. Wissen vermehrt sich rasant, die Gesellschaft entwickelt sich ständig weiter, entsprechend muss sich auch der Unterrichtsstoff in der Schule entwickeln. Vor allem aber muss der Unterricht in der Praxis daran ständig angepasst werden. Natürlich spiel der Zeitbegriff dabei eine Rolle, denn trotz dieser Expansion des Wissens steht den Schülern ja nicht mehr Zeit zum Lernen zur Verfügung, der Zeitbegriff wächst ja nicht mit. Die Rahmenpläne für Unterrichtsstoff zu entwickeln und die individuelle Stoffauswahl des Unterrichts durch die Lehrenden ist daher heutzutage eine sehr anspruchsvolle Aufgabe. Genau wie die wichtige Aufgabe den Schülern spannenden Lehrstoff anzubieten. Wenn Schüler sich angeregt und motiviert mit dem Ihnen angebotenen Stoff beschäftigen, dann setzen sie Denkprozesse in Gange bei denen sie sich automatisch die Zeit nehmen um Gelerntes auch verarbeiten zu können. Auf keine Fall dürfen wir Langeweile im Unterricht künstlich erzeugen und langweiligen Unterricht auch noch mit dem Hinweis auf Zeit oder gar Privilegien der Schüler apologetisieren. Durch die sehr großen Klassenverbände wird sich bei einzelnen Schülern automatisch in Phasen immer wieder Langeweile oder Desinteresse einstellen. Diese Schüler gilt es aber wieder in die Diskussion des Unterrichts zurückzuholen und nicht ihrer Langeweile zu überlassen. Wie man spannenden Stoff auswählt lässt sich im Blog von Prof. Jean-Pol Matin hier nachlesen. Zeit die Bildung braucht kann man weder verordnen noch planen. Sich die Zeit nehmen Bildungsprozesse zu verarbeiten bedingt aber vorher ein intensives Auseinandersetzen mit den entsprechenden Inhalten. Das kann durch spannenden Unterricht und vor allem durch schüleraktivierenden Unterricht wie der Unterrichtsmethode Lernen durch lehren erreicht werden. Also es geht gar nicht darum Gedichte und Fremdsprachen im Unterricht wegzulassen oder durch lebenspraktische Inhalte zu ersetzen. Es geht schon gar nicht darum langweiligen Unterricht künstlich zu erzeugen, um Schülern Zeit zu geben. Es geht darum Schüler so zu motivieren, dass sie sich mit dem Unterrichtsstoff intensiv auseinandersetzen, ihn mit Mitschülern diskutieren. Dann nehmen sich die Schüler auch die individuelle Zeit den Stoff zu verarbeiten. Dabei muss der Stoff an die heutige Lebenswelt angebunden sein. Das geht sowohl im Fremdsprachenunterricht (LdL kommt ursprünglich sogar aus diesem Bereich, kann aber in allen Unterrichtsfächern angewendet werden), als auch im Deutschunterricht mit klassischer Literatur und Poesie. Also, wenn Schüler sich über mangelnde Anbindung des Unterrichtsstoffes beklagen, sollten wir sie ernst nehmen. Wir sollten darüber nachdenken wie der Stoff an die heutige komplexe Lebenswelt angepasst werden kann. Dabei müssen weder historische noch kulturelle Traditionen ignoriert werden, sondern der Wert dieser für ihr eigenes Leben muss den Schülern vermittelt werden.  Hier noch ein Beispiellink wie so eine Anpassung des Stoffes mit LdL realisiert werden kann in einem Filmbeitrag des Goethe Institutes. Auch in den ldlmoocs lassen sich Beispiele für spannenden Unterricht finden. Zum ldlmmoc1 hier und zum Ldlmooc2 hier.

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Hausarbeit Mediendidaktik Modul 3A (Vergleich LdL und cMoocs)

Hausarbeit 3A Marc Schakinnis SS13

unter obigem Link veröffentliche ich als ersten Beitrag des Jahres 2014 meine Hausarbeit zum Modul 3A Mediale Bildung und Medienkommunikation. Vielen Dank an Ulrike Glembotzky, die mich durch ihre eigene Veröffentlichung zum Master Modul M4 (eine sehr lesenswerte Arbeit über Lurker in Moocs) auf die Idee gebracht hat, die Arbeit hier zu veröffentlichen und an Monika E. König die als @mons7 über die Arbeit von Ulrike getwittert hat.

Die Arbeit untersucht Gemeinsamkeiten und Unterschiede beim Vergleich der handlungsorientierten Unterrichtsmethode LdL (Lernen durch Lehren) und der Partizipation an einem cMooc.

Für Kommentare und Kritik bin ich immer dankbar.

Die Arbeit ist unter CC Lizenz CC BY-SA veröffentlicht.

Creative Commons Lizenzvertrag
Digitales Lernen im sozialen Kontext: Gemeinsamkeiten und Unterschiede beim Vergleich der handlungsorientierten Unterrichtsmethode LdL und der Partizipation an einem cMooc von Marc Schakinnis ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz.

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Blick durch die rosarote Brille auf das #ecb13

rosa Brille

Auf vielen Kanälen lese ich im Nachgang einige doch sehr, sagen wir,  intensive Kritik am Educamp #ecb13 in Berlin. Diese Kritik habe ich so für mich nicht mitgenommen und konnte selber einen großen Mehrwert aus der Veranstaltung ziehen. Dieser Artikel soll eine Auseinandersetzung mit den doch sehr unterschiedlichen Wahrnehmungen der Teilnehmer durch meine “rosarote” Brille werden. Zunächst einmal war der Besuch des #ecb13 mein erster Besuch eines Educamps und somit fehlen mir die Vergleiche mit vorangegangenen Veranstaltungen. Trotz Neuling (oder wie ich dann auf dem Educamp gelernt habe, gerade als Neuling), bin ich mit dem Vorhaben eine eigene Session anzubieten auf das Educamp  gegangen. Da ich in naher Zukunft einen cMooc zur Unterrichtsmethode LdL plane und diesen zwar nicht alleine aber privat organisieren möchte, hatte ich auf eine konstruktive Diskussion mit Teilnehmern gehofft. Es klappte, ich konnte meine Session schon am Samstag positionieren und habe nach einer sehr kurzen Einführung in mein Projekt eine sehr engagierte und für mich sehr fruchtbare Diskussion mit den anwesenden Teilnehmern auf meiner Session gehabt. Ich bekam konstruktive Kritik, neue Ideen und mein Vorhaben wird schon ein wenig runder und sehr viel konkreter. Schon dieses stellte einen sehr großen Mehrwert für mich dar. Zusätzlich gibt es noch einen Punkt der mir die Brille auf das Educamp dann dunkelrosa einfärbt. Als Student der Fernuniversität in Hagen freue ich mich darauf meine online-Kontakte, egal ob Kommilitonen oder Social Media Bekannte aus dem Bildungsbereich einmal offline zu treffen und mit ihnen von Angesicht zu Angesicht zu diskutieren. Also ein weiterer hoher Mehrwert für mich auf dieser Veranstaltung. Als Glückspilz habe ich dann wohl auch noch in der Wahl meiner Sessionbesuche richtig gelegen, denn auf allen Sessions wurde intensiv diskutiert und Kritik auch als konstruktive Kritik verstanden.

So und nun mal kurz die rosa Brille abgesetzt: Es gab wohl leider einige Sessions, auf denen dies so nicht der Fall war. Das ist dann wirklich schade, denn eine kritisch konstruktive Kritik macht für mich eigentlich den Sinn eines solchen Barcampformates aus, aber ich musste es ja nicht erleben. Was ich am Freitag Abend erleben durfte war eine politische Disskussionsrunde die sich trotz kritisch fragendendem Moderator im Kreis herumdrehte und über die Forderung „Tablets für alle nicht hinauskam“. Für mich war aber eigentlich relativ schnell klar, das die Abschlussdiskussionen, auch die vorangegangene pädagogische Diskussion (der man aber doch besser folgen konnte, auch wenn man die Unterrichtseinheiten auf dem LearningLab nicht besucht hatte) ein Abschluss des tagsüber gelaufenen Learninglabs waren und keineswegs ein Warmup eines Educamps. War Ok für mich, als Neuling, habe dann mit @biwifuhagen einen Kommilitonen getroffen und das Warmup privat gestartet. Hier gehe ich also mit der Kritik von @herrnlarbig konform, der sich in seinem hörenswerten Audiobeitrag kritisch (und wie ich finde konstruktiv und für die Zukunft der Educamps sehr bedenkenswert) zum #ecb13 auseinandergesetzt hat). Der Samstag lief dann für mich wie oben beschrieben rosarot ab. Kommen wir zur samstäglichen Abendveranstaltung und der aufgekommenen Kritik daran. Zunächst für mich einmal wieder persönlich nicht greifbar, denn ich hatte in der Buchkantine nette Gesprächspartner und interessante Themen. Aber die Veranstalter tappen hier in die “Berlin – Falle”. Abendveranstaltungen nach Konferenzen egal welcher Thematik (ich habe über 15 Jahre Veranstaltungen in Berlin beruflich geplant und durchgeführt) haben  in Berlin eine ausgeprägte Form des Teilnehmerschwundes. Auch wenn dieses Phänomen in anderen Orten durchaus ebenfalls beobachtet wird, zeigt es sich in Berlin sehr ausgeprägt. Also war es ein logischer Schluss das Teilnehmerfeld von vornherein zu begrenzen. Mit der Buchkantine war ein thematisch sehr passender Ort gewählt worden und das Essen war wenig, soll aber sehr gut gewesen sein (ich war wohl zu lange in ein intensives Gespräch vertieft und es blieb nur noch ein Salamibaguette, aber absolut Schuld eigene), Getränke wurden von der Bedienung freundlich und professionell serviert. Also hier kann ich dem Orgateam bei der Wahl und auch der Entscheidung, die nur noch begrenzt mögliche Teilnehmerzahl (aufgrund der anderen Veranstaltung) in Kauf zu nehmen sehr gut verstehen. Frühstück, Getränke, Snacks und Kuchen standen allen Teilnehmern tagsüber ausreichend zur Verfügung, auch wenn man das einfach gehaltene Nudelgericht in der Schulkantine nicht essen wollte. Wer mehr will muss dann nach meiner Meinung auch bereit dazu sein dafür zu zahlen. Für den Charakter der Veranstaltung ging das Catering nach meiner Meinung mehr als in Ordnung und zwar an beiden Tagen. Der Sonntag hatte dann jedoch eine, im Nachhinein doch sehr ärgerliche Panne, denn offenbar ist die zeitliche Vorverlegung des Sessionplanung um eine halbe Stunde nicht bei allen TN angekommen. Hier hätten die Veranstalter eingreifen müssen, als klar war, das längst noch nicht alle TN anwesend sind und die Sessionplanung wenigstens um diese halbe Stunde nach hinten legen können. Dies hätte sicher den Sonntag an Sessions deutlich belebt. Aber einige TN oder sagen wir mal Anmeldefreudige sollten sich hier mal überlegen, ob es den einen Klick auf dem mixxt.de-Portal nicht Wert ist, wenn man sich entschließt an einem Tag nicht, oder nicht mehr zu kommen. Dann wäre eher klar ob noch TN unterwegs sind oder nicht. Die geringe An- respektive Abmeldedisziplin macht es den Veranstaltern (völlig unnötig) schwer spontan zu reagieren. Ein weiterer Kritikpunkt am Ablauf der Sessions waren die teilweise nahtlosen Übergänge der Sessions, hier sollte für zukünftige Camps unbedingt eine klar kommunizierte und auch zeitlich realistische Pause zwischen den Sessions geplant und auch eingehalten werden (macht sich am besten durch einen zuständigen Helfer in jedem Sessionraum, der auf das Ende der Session achtet und hinweist (so ist es auf dem Barcampformat der OER Konferenz von Wikimedia sehr erfolgreich praktiziert worden). Fazit hier: Man braucht definitiv mehr Helfer und klare Strukturen für die Helfer. Die Kritik  an der Mittagspause innerhalb der Sessionrunde am Sonntag kommt noch hinzu, das gibt einen regelrechten Bruch im Ablauf, viel Unruhe und keinen Gewinn. Meine persönliche Meinung ist hierbei ohnehin, das auf Konferenzen deutliche Pausen gerade zwischen den Sessions einen höheren Mehrwert bringen, als ein oder zwei Sessionrunden mehr. Die Möglichkeit in kleiner Runde bei Kaffee etc. direkt nach einer Session Themen zu vertiefen befreit die Sessions von für alle Beteiligten unnützen Diskussionen und gibt trotzdem Raum für intensiven Austausch einzelner.

Meine große Verwunderung war aber die Kritik auf einem Social Media Kanal an Sponsoren, die sich für das Educamp #ecb13 engagiert hatten. Ich halte Kritik und eine kritische Auswahl für absolut legitim, aber diese Form und diesen Zeitpunkt für extrem kontraproduktiv. Für mich hat es auch nichts mit Transparenz zu tun, wenn man Social Media Kanäle wählt um Sponsoren die sich bereits engagiert haben derart zu kritisieren. Eine öffentliche Mitgliederversammlung war auf dem Educamp auch vom Orgateam rechtzeitig kommuniziert worden, hier hätte man Regeln für die zukünftige Sponsorenauswahl treffen können und auch Kritik anbringen können. Durch die öffentliche Kritik verprellt man aber massiv auch “genehme” Sponsoren und Spendern in der Zukunft. Kein Sponsor oder Spender setzt sich durch ein Engagement  der Gefahr öffentlicher Kritik aus, wenn er davon weiß. Wir haben den Anspruch Jugendlichen den verantwortungsvollen Umgang mit Social Media Produkten näher zu bringen und schreiben dann kritische Beiträge, als wenn wir zukünftigen Sponsoren unterstellen, sie können weder die Google Suche noch die Twittersuche bedienen. Aus eigener Erfahrung (langjähriger ehrenamtlicher Fussballjugendtrainer) weiß ich wie schwer es ist (schon ohne enge Kriterien) Sponsoren zu gewinnen, ein solches Verhalten macht es dann aber faktisch unmöglich fündig zu werden. Also hier meine Bitte dieses Thema mit etwas mehr Fingerspitzengefühl anzugehen und lieber im Vorfeld oder im Nachgang Regeln zu erstellen und das in nichtöffentlichem Rahmen (in der Diskussionsrunde aufgestellte Regeln können dann auch öffentlich und transparent nach außen kommuniziert werden). Etwas anders verhält es sich nach meiner Meinung mit Werbung innerhalb von Sessions, wenn die Session von einer Diskussion in eine reine Werbeveranstaltung übergeht, aber hier gibt es bereits eine Regel (den Raum verlassen), die ein deutliches Zeichen setzen kann, Social Media Kanäle sollten aber auch dann nur innerhalb der Netiquette zur Kritik genutzt werden.

Bei aller Kritik an Werbemaßnahmen und Sponsoring sollten Educamper aber auch eine große Chance nicht verkennen. Wenn sich jemand für die Teilnahme oder auch die finanzielle Unterstützung entscheidet, identifiziert er sich mit den Werten des Educamps, oder wird zumindest mit diesen Werten in Verbindung gebracht (dabei ist mir schon bewußt, dass diese Vorstellung auch in umgekehrte Richtung missbraucht werden kann). Aber auf jeden Fall haben wir dann die Möglichkeiten ihn von unseren Wertmaßstäben zu überzeugen. Dieses sollten wir im aktiven und dabei positiven Sinne nutzen.

So nun blieb doch nicht alles rosarot, aber viele Kritikpunkte sind bei mir erst in der Reflexion entstanden und sie überschatten meinen persönlichen Mehrwert des Educamcbesuches nicht. Ich bin also mit einem sehr guten Gefühl vom Educamp am Sonntag wieder nach Hause und freue mich auf den Besuch weiterer Educamps. Da wir viel über Bildung 2.0 diskutiert haben und konstruktive Ansätze vielfach erkennbar waren, sehe ich Educamp 2.0 freudig entgegen und hoffe meine Kritik wird positiv und konstruktiv aufgenommen.

Mein Dank gilt den Veranstaltern die sehr viel Engagement in die Veranstaltung gesteckt haben, an die Heinrich von Stephan Oberschule, die unkompliziert die Räume zur Verfügung gestellt hatte, sowie an alle Teilnehmer die mit mir freundlich und konstruktiv diskutiert habe. Ich nenne hier keine Namen, einfach aus Angst einzelne dabei zu vergessen.

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#Exif13 Ist Hermeneutik Forschung?

Zu den Ausführungen von Prof. Bastiaens zur Definition von Forschung gab es einige Kritik. In vielen Beiträgen könnte hierzu ein Missverständnis vorliegen. Prof Bastiaens fordert von Forschungsarbeiten in seinem Fachbereich einen „Mehrwert“ für die Praxis oder für die Forschung. Und vor allem fordert er diesen Mehrwert in der Niederschrift der Forschungsarbeit auch darzustellen. In einigen studentischen Arbeiten scheint dies nicht immer zu gelingen, darauf hat er aufmerksam gemacht. Er bezog sich dabei auf die Bildungswissenschaften innerhalb der Sozialwissenschaften, als sein Fachgebiet. Dabei hat er aber keine Forschungsmethoden ausgeschlossen, auch wenn er die Sozialwissenschaften von den Geisteswissenschaften als Forschungsbereich abgegrenzt hat, was man sicher kontrovers diskutieren kann. Seine Forderung Theorie auf die eigene Forschungsarbeit zu beziehen und ein eigenes Ergebnis zu präsentieren, und sich nicht im reinen beschreibenden theoretisieren zu verlieren ist für mich ein hilfreicher Tipp an Studenten und zukünftige Forscher. Auch für hermeneutische Forschungsarbeiten kann dieser Hinweis sehr hilfreich sein. Hermeneutische Arbeiten brauchen eine Forschungsfrage über eine hermeneutische Differenz.

Der Ausdruck ‚hermeneutische Differenz‘ oder  auch ‚Distanz‘ macht auf ein Grundproblem aller sprachlichen Kommunikation wie auch der  reflektierten Interpretation aufmerksam: Das was verstanden bzw. gedeutet werden soll, ist  zunächst fremd, abständig, distanziert, und muß erst im Verstehens- bzw.  Deutungsakt ‚angeeignet‘ werden.

Aus: Hans-Georg Gadamer: Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik, 3. Aufl. Tübingen 1972.

Diese „hermeneutische Differenz“ muss dann in einer Forschungsarbeit auch herausgearbeitet und niedergeschrieben werden, um einen Mehrwert zu erzielen.

Aus diesem Grund fand ich den Hinweis von Prof Bastiaens für die anstehenden Forschungsarbeiten in meinem Studium sehr hilfreich. Zu schnell verirrt man sich in der reinen Beschreibung bestehender Theorien und verliert sein „Ziel“ aus den Augen. Dabei liegt genau hierin der eigentliche Sinn in einer Forschungsarbeit und macht das „forschende Lernen“ so interessant und grenzt es von rein reproduzierendem Klausurlernen ab.

Ob ihr aus den Ausführungen von Prof Bastiaens etwas anderes herauslest, könnt hier nicht nur im Video, sondern auch hier im Edupad zur Transkription des ersten Impulsvortrages des cMoocs „Entdecke die Insel der Forschung“ (#ExiF13), Teil I, aber auch direkt im Video überprüfen.

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#iddg13 4.Woche Mit wem rede ich im Internet

SkypeVirus

Die 4. Woche des Fernuni Mooc #iddg13 beschäftigt sich mit Datensicherheit und Vertrauen im Internet. Der Impulsvortrag von Prof. J. Keller vom Lehrgebiet Parallelität und VLSI stellte zunächst die provokante Frage: Mit wem rede ich im Internet? Können wir wirklich wissen von wem eine E-Mail, eine Skype Nachricht usw. kommt, bzw. ist  immer die offensichtliche Adresse auch der Absender einer Nachricht. Nun passend zum #iddg13 kann ich nun empirisch überprüft sagen: Nein, wir wissen es nicht. Empirisch überprüft habe ich das aber (leider) nicht aus wissenschaftlicher Neugier, sondern aus einer Mischung aus Vertrauen und Unaufmerksamkeit ( besser formuliert könnte man es auch als Blödheit bezeichnen). Was war passiert. Nun als Möchtegern Nerd  hatte ich einige Programme offen und bekam eine Nachricht von meinem Sohn auf Skype. Wir skypen uns recht viele Nachrichten täglich hin und her, mal lustiges, mal Nachrichten und oft auch Lernhinweise, also zweimal schnell geklickt und dann den Text gelesen: Hier ist ein tolles Foto von Dir im Internet ….Bingo… und ich hatte so gerade eben eine .exe Datei angeklickt. 5 Sekunden später kam mein Sohn nach oben und sagte, keine Skypes von mir öffnen und kannst Du bitte mal kommen. Nun ich konnte nur sagen, ich komme, aber ich war schon so blöd daraufzuklicken. Der Skype Virus war so nett auch gleich an alle meine Skype Freunde schnell zwei solch gute Nachrichten zu schicken. Ja und ich konnte mich dann freuen, dass auch einiger meiner Skype Freunde mir uneingeschränktes Vertrauen schenkten und schnell zweimal geklickt hatten. So verbreitet sich ein Virus in rasender Geschwindigkeit. Gehört haben wir alle schon mal davon, aber so direkt empirisch überprüfen möchte man es dann doch nicht. Eine Stunde später war der Virus dann wieder beseitigt, die Skype Freunde informiert und die Nachrichten an diejenigen die gerade nicht online waren wieder gelöscht.

Wirklichen Schaden hatte dieser Virus (noch) nicht angerichtet, aber er war ja auch sehr schnell erkannt worden. Der Vorgang zeigt aber, wie schnell ein Vertrauensvorschuss im Internet nach hinten losgehen kann. Auch ich hätte mit meinem Wissen die falsche Nachricht erkennen können, ich habe ein aktuelles Antivirusprogramm, eine Firewall, ein Zertifikat der Fernuni und eine langjährige Erfahrung die so etwas nie passieren lassen könnte, aber … wie man sieht ist es passiert. Unsere Achtsamkeit und ein kritisches Misstrauen können nicht durch Schutzmaßnahmen ersetzt werden. Der große Unterschied zum nichtvirtuellen Lebensraum ist eigentlich nur, das sich jemand nicht so ohne weiteres für einen anderen Ausgeben kann, weil es uns von Angesicht zu Angesicht eher auffallen würde. Telefonisch denke ich da aber an die sogenannten „Enkelanrufe“ bei älteren Menschen, die auch schon so einigen Schaden angerichtet haben. Also natürlich sind Zertifikate, sichere Passwörter, private Verschlüsselungsdienste empfehlenswerte  Sicherheitsmaßnahmen, aber sie bieten kein „Rundum Sorglos Paket“, sondern erhöhen nur die Sicherheit bei verbleibendem Restrisiko.

Meine Empfehlung daher: Nutzt mögliche Sicherheitsmaßnahmen, aber wiegt euch nicht in Sicherheit. An alle Eltern: Redet mit euren Kindern auch über dieses verbleibende Sicherheitsrisiko und tragt dafür sorge, dass sie sich euch persönlich anvertrauen, wenn bei ihnen das „Restrisiko“ zugeschlagen hat. Ich bin sehr froh das mein Sohn gleich zu mir gekommen ist und gesagt hat, dass ihm etwas komisch vorgekommen ist.

So das war nun mein Schlussappell zu einem sehr spannenden Mooc der Fernuni. In wenigen Wochen am 12.06.2013 startet ein weiterer Mooc der Fernuni zum Thema wissenschaftliches Arbeiten, der zu meiner großen Freude als echter CMooc für alle interessierten Internetnutzer angeboten wird. Unter dem Twitter Hashtag #exif13 könnt ihr euch ebenfalls informieren.  Damit erfolgt hoffentlich ein reger Austausch weit über die Fernuniversität in Hagen hinaus. Freue mich dort von euch zu Lesen (und natürlich auch gelesen und kommentiert zu werden).

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#iddg13 Woche 2 Informationsmanagement: Brücke zwischen Business und IT und #coer13

In der 2. Woche des dMOOCS der Fernuniversität in Hagen geht es um Informationswissenschaften, betreut wird diese Woche von Frau  Prof. Dr. Baumöl aus der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft. Im untenstehenden Slideshare habe ich mich an einer Lösung der Wochenaufgabe versucht.

Aus zeitlichen Gründen: Das Slideshare ist im Rahmen des #coer13 mein erstes Dokument unter einer CC- Lizenz

Den Lehrstuhl für Informationsmanagement am Institut für Wirtschaftswissenschaften von Frau Prof. Dr. Baumöl findet ihr hier.

 

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#MMC13 MOOC goes Live in Babelsberg

Heute war der #MMC13 als Unterthema zur Veranstaltung „Freier Wissenszugang im Internet„zwar nur Nebensache ( eine größere Gruppe guckte Dörte Giebel beim Wort Mooc doch ziemlich fragend  an) in Potsdam Babelsberg. Gastgeber waren die mabb_ und die MIZ  in Ihrem schönen neuen Gebäude in Potsdam Babelsberg. So ein Thema, mit solchen interressanten Dozenten durfte ich mir natürlich nicht entgehenlassen, zumal es sozusagen vor meiner Haustür stattfand. Nachdem Prof. Dr. Jutta Limbach uns in der Begrüßungsansprache die Verwendung von mehr deutschen Begriffen in der Internetsprache ans Herz gelegt hatte, gab uns Markus Beckedahl einen engagierten Einführungsvortrag zum derzeitigen Stand Open Education und Urheberrechtspolitik. Er fordert neben einer Reform des Urheberrechts kreative Lösungen von uns, wie zum Beispiel die Creative Commons es tun. Daneben gab er Hinweise zu OER (Open Educational Resources), wie der Codeacademy oder Planet Schule (die leider nicht alle Materialen Open anbieten, sondern nur Free) und wies auf den OER Kongreß der Unesco 2012 hin.

Nach dieser Einstimmung lief die Veranstaltung als World Cafe weiter. An sechs Tischen diskutierten fachlich versierte Dozenten mit den Teilnehmern ihr Thema, alle 20 Minuten wechselten die Teilnehmer den Thementisch, während die Dozenten brav an ihrem Tisch verharrten. Mich zog es zunächst  an Tisch 5, denn hier saß Doerte Giebel zum Thema (welche Frage) MOOC. Es stellte sich heraus, das es gar nicht so einfach ist über Moocs zu reden, wenn einige sich unter dem Begriff Mooc nun gar nichts vorstellen konnten. Aber Dörte hat den Bogen vom X zum C schnell gespannt und den Leuten eine Vorstellung vom kollektiven Lernen in Vernetzung gegeben. Vielleicht ist ja der  ein oder andere auf den Geschmack gekommen und steigt noch mit ein in den #MMC13.

Aber es ging leider nach 20 Minuten (gefühlten 5 min) schon weiter an den nächsten Tisch. Hier stellte Hans Hellfried Wedenig sein Projekt SCHULBUCH-O-MAT vor,  mit dem er zunächst ein freies Biologiebuch für die 7./8. Klasse erstellen will. Die Inhalte sollen dann wirklich Rip, Mix und Share – sicher sein um rechtlich abgesichert mit Ihnen arbeiten zu können.

Danach führte Anja C. Wagner die Teilnehmer in kollaborative Lernumgebungen ein. Dabei unterstrich sie den kollavborativen Gedanken der gemeinsamen Entwicklung von Wissen kollaborative Intelligenz) und grenzte ihn von der kooperativen Lernmethode (des gmeinsamen Lernens von vorhandenem Wissen) ab.

Weiter ging es mit Elly Köpf von Wikimedia, die die Arten der CC Lizenzen vorstellte. Interessant für mich war, das es eine Suchmaschine für CC Angebote gibt und man Google auch so voreinstellen kann, dass es nur nach CC Inhalten sucht.

Der Anwalt John H. Weitzmann (Schwerpunkt Urheberrecht und Medienrecht) und Redakteur bei iRights grenzte mit uns die politische Seite (Was wollen wir machen dürfen) von der derzeitigen Rechtslage (Was dürfen wir schon jetzt machen) ab.

Am sechsten und letzten Tisch (für mich die Reihenfolge war beliebig) klärten wir mit einer Dozentin der Bundeszentrale für politische Bildung welche Anforderungen OER erfüllen müssen. Dabei wurde deutlich dass die Forderung „einfach alles frei “ nicht so einfach zu realisieren ist. Egal ob Qualitätsansprüche, Finanzierung oder Haftung bei Veränderung, die Gründe für die lange politische Entscheidungsfindung beim Urheberrecht sind vielfältig.

Die Abschlussrunde mit zwei Vertretern des Brandenburgischen und Berliner Kultusministeriums ergab letztlich das Fazit: Projekte „einfach machen „, wobei hiermit eher die Schaffung von OER Material, denn die ständige Verletzung des Urheberrechts gemeint war.

 

 

 

 

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