Rezension zu LdL ganz konkret

DSCI0024 Laura Cau – “LdL ganz konkret” In der aktuellen Ausgabe (02/15) der Zeitschrift Pädagogik, die als Oberthema “Selbstständiges Lernen im Unterricht fördern” hat, berichtet Laura Cau über ihre Erfahrung bei der Einführung der Unterrichtsmethode  Lernen durch Lehren (LdL). Die von Professor Jean-Pol Martin entwickelte Unterrichtsmethode LdL übergibt die Lehrfunktion zentral an die Schüler selbst. Laura Cau war sowohl Schülerin als auch Studentin bei Prof. Jean-Pol Martin, inzwischen unterrichtet sie selbst und natürlich mit “LdL”. 3 wichtige Sätze aus dem Artikel möchte ich hier noch einmal kurz kommentieren, vor allem um LdL Anfängern den Einstieg zu erleichtern und auch weil sie die wichtigsten sind um diese Methode nicht misszuverstehgen:

  1. Der Lehrer hat nicht weniger Arbeit durch Unterricht in einer LdL- Klasse, es gibt nur eine veränderte Aufgabenverteilung, so schreibt auch Laura Cau in ihrem Artikel,  “Vorbereitung und Unterrichtspräsenz gestalten sich schlichtweg anders als gewohnt.” (Cau, Laura 2015 S.20-21)  Ein wichtiger Punkt, der maßgeblichen Einfluss bei der Einführung von LdL hat. Zum einen müssen die LdL Stunden sehr gut vorbereitet sein, damit die Schüler das Thema selbstständig erarbeiten können, zum anderen muss der Lehrer auch sehr konzentriert den Schülern im Unterricht folgen, nur so kann er entscheiden wann er eingreifen muss oder wann er die Schüler “machen” lassen kann.
  2. Unterrichtsvorbereitung inklusive einem Zeitplan sind enorm wichtige Faktoren, die den Erfolg der Einführung von LdL stark beeinflussen. So schreibt Laura Cau “Gute Vorbereitung ist ein wesentlicher Bestandteil für ebenso guten LdL- Unterricht.” (Cau, Laura 2015 S.21). Dabei ist nicht nur die stoffliche Vorplanung wichtig, sondern auch eine Vorplanung der Rollen- und Aufgabenverteilung, man könnte es als eine Art Regiebuch bezeichnen, notwendig.
  3. Die Schüler dürfen in ihrer Rolle als Unterrichtende auch Fehler machen. “dieser Punkt unterscheidet eine LdL – Kernphase deutlich von einem Referatszirkel.” (Cau, Laura 2015 S.22) Die Fehlerkultur ist eine zentraler Bestandteil des LdL- Unterrichts, in diesem Zusammenhang bietet sich auch eine Trennung der Notenvergabe von den LdL-Phasen an, damit die Schüler sich ohne Ängste am Unterricht beteiligen.

Wer mehr über LdL erfahren möchte kann sich die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift “Pädagogik” hier bestellen, leider nicht als Online-Dokument erhältlich: http://www.beltz.de/index.php?id=189 Quelle: Cau, Laura Lernen durch Lehren – ganz konkret S.20 – 23 (2015) in Pädagogik 2/2015 Weinheim Beltz weitere Quellen zu LdL: www.fightforldl.wordpress.com  der Blog von Laura Cau mit vielen weiteren Tips zu LdL www.ldlmooc.blogspot.de Archiv des ersten LdL Moocs #ldlmooc, auch mit reichlich audiovisuellem Material zu LdL. www.jeanpol.wordpress.com  der Blog des Entwicklers der LdL Methode mit vielen Informationen rund um LdL Berger, Grzega, Spannagel (Herausgeber) Lernen durch Lehren im Fokus (2009) Berlin epubli http://www.epubli.de/shop/buch/Lernen-durch-Lehren-im-Fokus-Berger-Grzega-Spannagel-Herausgeber/6640

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Gedichte oder Steuererklärung: Welchen Schulstoff brauchen wir?

UnbenanntDieser Tweet einer Schülerin löste heftige Diskussionen in der Bildungsgemeinschaft aus. Sie beklagte zu wenig über Alltagswissen gelernt zu haben, dafür aber Gedichtanalysen in mehreren Sprachen schreiben zu können. Michael Hengstenberg erwidert in einem Kommentar auf Spiegel Online Schulspiegel Zeit zu verplempern in der Schule sei ein Privileg für Schüler, genau wie das Privileg mal Unsinn zu verzapfen. Eine für mich fragwürdige Interpretation der These „Bildung braucht Zeit“, die sehr wohl einen wichtige Stellung in Bildungs- und Lernprozessen hat. Schule muss heute sehr vielen Aufgaben gerecht werden, sie soll den Lernstoff bereitstellen, der auf das Leben vorbereitet und die Schüler in die Gesellschaft sozial integrieren. Der Lernstoff wächst mit der technischen Entwicklung stark an und auch die Sozialisation wird in modernen, globalen Gesellschaftsformen und der Notwendigkeit sich global mit Kulturen auskennen zu müssen sehr viel komplexer. Nicht selten wird eine fehlende Sozialisation junger Leute dem Versagen der Schule zugeschrieben. Trotz dieser vielschichtigen Aufgaben soll Schule auch den Blick auf den prozessuralen Charakter der Bildung nicht verlieren. Diese Prozesse brauchen Zeit, dass ist zahlreich diskutiert worden, vor allem im Kontext der Abiturerlangung nach 12 oder 13 Schuljahren (auch als G7 G8 bekannt), ein Gespräch auf  Deutschlandradio Kultur mit Prof. Heinz-Elmar Tenorth mit dem provokativen Titel „Turbo Lernen“ gibt einen guten Überblick über diese Diskussion.

Aber mit dem Zeitbegriff für Bildungsprozesse angestaubten und lebensweltfremden Unterrichtsstoff zu verteidigen ist mir deutlich zu einfach. Wissen vermehrt sich rasant, die Gesellschaft entwickelt sich ständig weiter, entsprechend muss sich auch der Unterrichtsstoff in der Schule entwickeln. Vor allem aber muss der Unterricht in der Praxis daran ständig angepasst werden. Natürlich spiel der Zeitbegriff dabei eine Rolle, denn trotz dieser Expansion des Wissens steht den Schülern ja nicht mehr Zeit zum Lernen zur Verfügung, der Zeitbegriff wächst ja nicht mit. Die Rahmenpläne für Unterrichtsstoff zu entwickeln und die individuelle Stoffauswahl des Unterrichts durch die Lehrenden ist daher heutzutage eine sehr anspruchsvolle Aufgabe. Genau wie die wichtige Aufgabe den Schülern spannenden Lehrstoff anzubieten. Wenn Schüler sich angeregt und motiviert mit dem Ihnen angebotenen Stoff beschäftigen, dann setzen sie Denkprozesse in Gange bei denen sie sich automatisch die Zeit nehmen um Gelerntes auch verarbeiten zu können. Auf keine Fall dürfen wir Langeweile im Unterricht künstlich erzeugen und langweiligen Unterricht auch noch mit dem Hinweis auf Zeit oder gar Privilegien der Schüler apologetisieren. Durch die sehr großen Klassenverbände wird sich bei einzelnen Schülern automatisch in Phasen immer wieder Langeweile oder Desinteresse einstellen. Diese Schüler gilt es aber wieder in die Diskussion des Unterrichts zurückzuholen und nicht ihrer Langeweile zu überlassen. Wie man spannenden Stoff auswählt lässt sich im Blog von Prof. Jean-Pol Matin hier nachlesen. Zeit die Bildung braucht kann man weder verordnen noch planen. Sich die Zeit nehmen Bildungsprozesse zu verarbeiten bedingt aber vorher ein intensives Auseinandersetzen mit den entsprechenden Inhalten. Das kann durch spannenden Unterricht und vor allem durch schüleraktivierenden Unterricht wie der Unterrichtsmethode Lernen durch lehren erreicht werden. Also es geht gar nicht darum Gedichte und Fremdsprachen im Unterricht wegzulassen oder durch lebenspraktische Inhalte zu ersetzen. Es geht schon gar nicht darum langweiligen Unterricht künstlich zu erzeugen, um Schülern Zeit zu geben. Es geht darum Schüler so zu motivieren, dass sie sich mit dem Unterrichtsstoff intensiv auseinandersetzen, ihn mit Mitschülern diskutieren. Dann nehmen sich die Schüler auch die individuelle Zeit den Stoff zu verarbeiten. Dabei muss der Stoff an die heutige Lebenswelt angebunden sein. Das geht sowohl im Fremdsprachenunterricht (LdL kommt ursprünglich sogar aus diesem Bereich, kann aber in allen Unterrichtsfächern angewendet werden), als auch im Deutschunterricht mit klassischer Literatur und Poesie. Also, wenn Schüler sich über mangelnde Anbindung des Unterrichtsstoffes beklagen, sollten wir sie ernst nehmen. Wir sollten darüber nachdenken wie der Stoff an die heutige komplexe Lebenswelt angepasst werden kann. Dabei müssen weder historische noch kulturelle Traditionen ignoriert werden, sondern der Wert dieser für ihr eigenes Leben muss den Schülern vermittelt werden.  Hier noch ein Beispiellink wie so eine Anpassung des Stoffes mit LdL realisiert werden kann in einem Filmbeitrag des Goethe Institutes. Auch in den ldlmoocs lassen sich Beispiele für spannenden Unterricht finden. Zum ldlmmoc1 hier und zum Ldlmooc2 hier.

DSCI0024

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LdL als didaktische Haltung: Ein Rückblick auf die LdL Tagung in Münster

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Im Anschluss an die beiden ldlmoocs im Frühjahr und im Herbst dieses Jahres fanden sich auf Einladung von Prof. Dr. Hans Joachim Jürgens LdL Interessierte zu einer Tagung am Germanischen Institut der Universität in Münster zusammen. Der LdL Entwickler Prof. Dr. Jean-Pol Martin stellt zur Eröffnung das Menschenbild hinter LdL vor. Sein Glücksmodell, mit der Theorie, das Menschen Informationen als „Futter“ brauchen, um bei deren Verarbeitung (also dem geordneten Einfügen der Informationen in das eigene kognitive Schema) Glück zu empfinden sorgte (erwartungsgemäß) schon durch seine Begriffswahl für kontroverse Diskussionen.   Dies liegt unter anderem daran, dass Begriffe wie Glück, Kontrolle oder Ideologie im allgemeinen und im wissenschaftlichen Sprachgebrauch sehr unterschiedliche Bedeutungen haben. (Anmerkung: Daher gilt für wissenschaftliche Arbeiten auch immer, das zentrale Begriffe definiert werden sollten, um deutlich zu machen in welchem Kontext der jeweilige Begriff in der eigenen Schrift verwendet wird.) Jean-Pol geht in seiner Theorie davon aus, dass der Prozess der Informationsverarbeitung glücklich macht. Um diesen Prozess im Unterricht in Gange zu setzen und stetig aufrecht zu erhalten, sollte man als Lehrender seinen Lernenden stets spannenden und an die eigenen kognitiven Schemata anschlussfähigen Stoff anbieten. Anbieten ist hier das bessere Wort als präsentieren, denn genau so funktioniert LdL. Der Stoff wird den Schülern/ Lernenden (je nach Bildungsraum) angeboten, didaktisieren und vermitteln sollen sie ihn selbst. Der Lehrer bieten im Vermittlungsprozess Unterstützung und sorgt (nur falls nötig) am Ende einer  Lehreinheit als Garant für ein Gesamtverständnis. Der Vermittlungsprozess wird soweit wie irgend möglich den Lernenden überlassen. Das diese Unterrichtsart sehr aktivierend auf die Schüler wirkt bestätigt auch die Aussage des gestern vom Deutschen Lehrerpreis (http://www.lehrerpreis.de/?id=23) zum Lehrer des Jahres in Berlin gewählte Herr Robert Heinrich, tätig am Johann-Gottfried-Herder-Gymnasium, Berlin, der sagte, die beste Unterrichtsstunde ist die, in der der Lehrer gar nichts sagen musste, dann haben die Schüler selbst das Lernen übernommen ( so gesagt im Bericht der rbb Abendschau vom 01.12.2014).

Im folgenden Vortrag gab Uwe Reinders kleine Beispiele aus Unterrichtseinheiten, die zeigten wie LdL funktioniert und wie die Lerner in den Flow kommen, wenn sie gefordert sind anderen den Lernstoff zu erklären und nicht nur den Stoff des Lehrers zu rezipieren.

Diese Praxisnähe setzten nach der Mittagspause auch Dr. Bea Klüsener (Katholische Universität in Eichstätt) und Prof. Dr. Joachim Grezga (Europäisches Haus Pappenheim und Katholische Universität Eichstätt) fort, die LdL im universitären Kontext anwenden und interessante Projekte mit Studenten verwirklichen. Sie gehen über das Haus Pappenheim mit den Studenten und deren Projekten auch an die Öffentlichkeit. Immer wieder zeigt sich, dass schulische und studentische Projekte an der Öffentlichkeit für beide Seiten einen Gewinn darstellen und von der Gesellschaft mit großem Interesse wahrgenommen werden. Auch die Schüler wachsen bei solchen Projekten über sich hinaus und haben Spaß an der Präsentation.   Bei den studentischen Veranstaltungen, die in Form von Seminaren mit abschließender Präsentation stattfanden ging es neben Shakespeare als europäischem Autor und europäischen Jugendprotesten auch um die Analyse europäischer Medien zu verschiedenen Themen – unter anderem den Ukraine-Konflikt und die Beziehung zwischen Russland, Europa und den USA.  Die Themen haben somit einen direkten Bezugspunkt zum realen Leben, also wie von Jean-Pol Martin immer wieder gefordert, spannender Lernstoff mit Bezug zur Realität. Hier liegt auch das Potential der Welt-verbesserungsthematik von LdL begründet.

Peter Ringeisen, Veranstalter des #ldlmooc2 und ging im nächsten Vortrag auf LdL im Sprachunterricht ein, genau vor diesem Hintergrund hat Prof. Jean-Pol Martin LDL Mitte der achtziger Jahre entwickelt. Die hohen Eigenaktivitäten fördern den Sprachunterricht in besonderem Maße. Ringeisen unterstrich ferner die Förderung der Fehlertoleranz bei den Schülern, wenn sie mit LdL unterrichtet werden.

Den Nachmittag eröffnete dann Dr. Harald Kullmann der ein tutorielles Konzept für das Einführungsmodul Naturwissenschaften für Lehramtsstudenten an der Universität in Münster vorstellte. Dieses Konzept wurde entwickelt, um den sehr unterschiedlichen Wissensstand im Bereich der Naturwissenschaften unter den Schulabgängern anzugleichen. Hier betreuen (im Sinne einer Moderation) Masterstudenten Lerngruppen von Bachelor Lehramtsstudenten.  Damit kommt den Lerngruppenleitern eine sehr ähnliche Funktion, wie dem Lehrer in LdL-Unterrichtseinheiten zu. Der Unterschied besteht darin, dass die Masterstudenten letztlich nicht die Verantwortung haben und ebenfalls eine Betreuung durch wissenschaftliche Mitarbeiter bekommen. Dieses Modul zeigt auf wie Lernen mit LdL als Haltung verstanden werden kann und dann nicht nur in Schulen sondern auch an Universitäten verinnerlicht werden könnte.

Dr. Romann  Asshoff stellte in seinem Vortrag das Modul „Heimische Lebensräume“ vor, das Kenntnisse im Flora und Fauna Bereich vermitteln soll. In Teilen des Moduls wird das Modul in Kleingruppenarbeit vorbereitet und es enthält auch Unterrichtssimulationen. LdL ist in diesem Modul so nicht wirklich enthalten, es gibt aber durchaus Ansätze, den Studenten Teilbereiche des Lehrens zu übertragen. Vielleicht wird nach der Tagung mit vielen Inspirationen zur LdL Theorie, an diesem Modul noch ein wenig umgestellt, so dass die Studenten wirklich den gesamten Lehranteil übernehmen. Arbeiten mit dem Bestimmungsbuch  draußen an der Natur sind sehr gut geeignet die Schüleraktivitäten zu steigern und LdL komplett einzuführen. In der Diskussion nach dem Vortrag ging es leider eher darum, ob Kenntnis heimischer Arten wirklich noch vertieft im Zeitalter von Internet mit Google und Wikipedia notwendig sind. Ich meine ja, wenn wir unsere Umwelt vor Gefahren schützen wollen müssen wir uns auch vertieft mit ihr auseinandersetzen.

Den Abschlussvortrag des ersten Tages hielt Felix Woitkowski, der als Sprach- und Schreibdidaktiker an der Universität in Kassel tätig ist und in dieser Position auch an der Universität in Münster tätig war. Die wissenschaftliche Schreibberatung versteht sich traditionell als Coaching. Dabei ist die Schreibberatung oftmals tutoriell organisiert. Wirklich LdL ist das so nicht, aber auch hier könnte eine grundsätzliche Haltung im Sinne des LdL Prinzips das Lernen im wissenschaftlichen Schreibprozess leichter machen. Für ein echtes LdL in der Schreibberatung müssten sich Studenten aus einem Modul gegenseitig im Schreibprozess unterstützen und der Schreibberater hierbei als Moderator fungieren. Dieses würde natürlich zeitliche Ressourcen beanspruchen, wäre aber eventuell in die Bearbeitung von Hausarbeiten einbaubar, denn die Zeitersparnis würde allen Studenten zugutekommen. Die Hebammentechnik der Schreibberater (kann man zum Beispiel an der Universität Köln in 5 Modulen Zusatzqualifikation werden) weißt schon sehr viele Ähnlichkeiten zum LdL- Prinzip auf. Schüler müssen durch Eigenaktivität ein „Flow“ im Schreibprozess herbeiführen.

Der zweite Tag der LdL Tagung in Münster begann mit 5 parallel laufenden Workshops. Da ich selbst mit Dr. Markus Marek von der Universität in Münster einen Workshop im Angebot hatte, kann ich nur von diesem Berichten. Dr. Markus Marek beschäftigt sich mit LdL in der Online Lehre und führte den Teilnehmern die Vorzüge des Lernmanagementsystems Moodle 2 für studentische Eigenaktivitäten vor. Die Rechteverteilung lässt sich in Moodle 2 sehr spezifisch auf die Lernenden übertragen, so dass eigene Lehrmaterialien entworfen werden können. Dies führt die Lernenden weg vom reinen Konsum angebotenen Lehrmaterials und gibt ihnen die Möglichkeit sich aktiv an der Entwicklung der Lehrmaterialien zu beteiligen. Somit unterstützt der Vortrag über Moodle meinen Ansatz, der einen Ausblick auf LdL in der reinen Online Lehre werfen sollte und Programme erörtern sollte, die kollaboratives Lernen im Sinne von LdL unterstützen. Die Grenzen von LdL tauchen in der Online Lehre auf, wenn man sich im CMooc Bereich verstanden wissen will. In CMoocs, entwickelt von George Siemens, Steven Downes und Dave Cournier, verstehen sich die Lehrenden mehr als Impulsgeber. Dies hat für Lehr- Lernsettings weitreichende Folgen. Der Lernende entscheidet nicht nur selbst was und wieviel er lernen möchte, sondern im obliegt auch in Eigenverantwortung das Setzen und das Einhalten seiner Lernziele.  Hier ist also die so wichtige Kontrollfunktion des Lehrenden im Sinne eines Garanten, der vom Unbestimmten wieder in die Bestimmtheit für alle Lernenden führt nicht mehr gegeben. Da der Lehrer in LdL diese  Garant Funktion aber nur aktiv ausübt, wenn es den Lernenden nicht selbst gelingt Kontrolle herzustellen, ist das Lernen mit LdL eine gute Vorbereitung zum Lernen in cMoocs, genau wie zum eigenverantwortlichen Lernen im späteren (Berufs-) Leben. Auch das heute immer wieder geforderte informelle Lernen, setzt voraus, das Lernende sich Lernziele stecken können und in der Lage sind zu überprüfen in wieweit sie diese jeweils erreicht haben. Mit den Unterschieden des Lernens in cMoocs und LdL hatte ich mich schon in meiner Hausarbeit zum Modul 3A Mediale Bildung und Medienkommunikation befasst.

Genau diese Fähigkeiten greift Prof. Dr Lutz Becker mit seinem Vortrag aus der Praxis auf. Er lehrt an der Fresenius Hochschule in Köln in den Studiengängen „BA International Marketing“ und MA Leadership“ in sehr praxisbezogenen Studiengängen. Im Bereich der Pädagogik also ein Fachfremder, der die LdL Methode aber auch für nützlich und wirksam hält und sie in seine universitäre Lehre eingebunden hat. Problemlösekompetenzen werden in der sich schnell verändernden Welt immer wichtiger, manchmal „verändert sich die Welt sogar ruckartig“, sagt Prof. Lutz Becker. Wenn man „Innovationen wie er als kulturelle Angebote an die Gesellschaft versteht“ kann solch eine ruckartige Veränderung auftreten, wenn die Gesellschaft bereit ist eine Paradigmenwende zu vollziehen. Das bedeutet auch, das Experten des alten Paradigmas dann schnell überflüssig sind und ihr Wissen keinen Wert mehr darstellt, oder mindestens einem enormen Wertverfall unterliegt. „Als Experte heute, bist Du der Depp von morgen“ damit meint Lutz Becker dass man sich nicht zu sehr auf Nischenwissen verlassen sollte und sein Wissen anschlussfähig an Veränderungen halten muss.  So lässt er im Sinne von LdL seine Studenten selbst Probleme lösen und will sie damit fit machen um Innovationsprozesse und organisatorischen Wandel später in verantwortlichen Führungspositionen moderieren und steuern zu können.  Ein schöner Abschlussvortrag der allen Teilnehmenden vor Augen führte, dass LdL auf das Leben und Berufsleben intensiv vorbereitet.

Mein Dank geht an Prof. Dr. Dr. Hans Joachim Jürgens und an das gesamte Organisationsteam der LdL Tagung in Münster. Sie haben die Tagung bis ins Detail durchorganisiert und dafür gesorgt, dass sich die Teilnehmer voll und ganz den Inhalten widmen konnten.

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9. eLearning Didaktik Fachtagung in Linz/Österreich

Live Session Gut besuchter Vortrag mit Claudia Bremer auf der e-learning Didaktik Tagung in Linz. Wir haben das Thema Moocs vorgestellt und an 2 CMoocs, dem WEB20K und dem ldlmooc beispielhaft erklärt. Aktive Session und intensive Diskusssion auch auf Twitter unter dem Hashtag #eldf14. Anbei die Folien unseres Beitrages als PDF. Anschliessend noch eine spannende Live Session mit Christian Freisleben, David Röthler Claudia Bremer und der aus Frankfurt/M zugeschalteten Monika König (siehe Foto) Vortrag_eDidaktik_Tagung

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Aus dem Archiv: Das waren die ersten Überlegungen zur Durchführung des LdLmooc

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Aufgabe 1 zum 1.Hangout des #ldlmooc2

Für die 1. Aufgabe zum seit dem 22.09.2014 laufenden ldlmooc2 habe ich einen Text von Prof.Dr. Joachim Grezga gewählt. Der Text „Das Leben für Lerner und Lehrer spannender machen“ ist erschienen in „Lernen durch Lernen im Fokus“  und als Einführung in die Methode LdL gedacht. Er lässt sich aber auch wunderbar für die Überprüfung eigens entwickelter LdL Einheiten an der Theorie verwenden. Aus diesem Grunde soll meine Präsentation ein kleiner Begleiter sein, für diejenigen die eigene Entwürfe an der LdL Theorie überprüfen möchten. Also evaluiert doch mal eure eigenen Unterrichtsentwürfe anhand meiner Prezi und gebt mir Rückmeldung wie weit ihr die LdL Theorie in Eurem Entwurf eingearbeitet habt. Was fehlt in meiner Präsentation um eine UE schnell an der Theorie evaluieren zu können. Gemeinsam (ganz im Sinne von LdL, lässt sich vielleicht eine Prezi entwickeln mit der man schnell Schwachstellen in eigenen Entwürfen lokalisieren und verbessern kann.

 

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Der 2. LdLmooc startet in Kürze diesmal unter der Leitung von Peter Ringeisen

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meldet Euch an und macht mit !

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