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Gedichte oder Steuererklärung: Welchen Schulstoff brauchen wir?

UnbenanntDieser Tweet einer Schülerin löste heftige Diskussionen in der Bildungsgemeinschaft aus. Sie beklagte zu wenig über Alltagswissen gelernt zu haben, dafür aber Gedichtanalysen in mehreren Sprachen schreiben zu können. Michael Hengstenberg erwidert in einem Kommentar auf Spiegel Online Schulspiegel Zeit zu verplempern in der Schule sei ein Privileg für Schüler, genau wie das Privileg mal Unsinn zu verzapfen. Eine für mich fragwürdige Interpretation der These „Bildung braucht Zeit“, die sehr wohl einen wichtige Stellung in Bildungs- und Lernprozessen hat. Schule muss heute sehr vielen Aufgaben gerecht werden, sie soll den Lernstoff bereitstellen, der auf das Leben vorbereitet und die Schüler in die Gesellschaft sozial integrieren. Der Lernstoff wächst mit der technischen Entwicklung stark an und auch die Sozialisation wird in modernen, globalen Gesellschaftsformen und der Notwendigkeit sich global mit Kulturen auskennen zu müssen sehr viel komplexer. Nicht selten wird eine fehlende Sozialisation junger Leute dem Versagen der Schule zugeschrieben. Trotz dieser vielschichtigen Aufgaben soll Schule auch den Blick auf den prozessuralen Charakter der Bildung nicht verlieren. Diese Prozesse brauchen Zeit, dass ist zahlreich diskutiert worden, vor allem im Kontext der Abiturerlangung nach 12 oder 13 Schuljahren (auch als G7 G8 bekannt), ein Gespräch auf  Deutschlandradio Kultur mit Prof. Heinz-Elmar Tenorth mit dem provokativen Titel „Turbo Lernen“ gibt einen guten Überblick über diese Diskussion.

Aber mit dem Zeitbegriff für Bildungsprozesse angestaubten und lebensweltfremden Unterrichtsstoff zu verteidigen ist mir deutlich zu einfach. Wissen vermehrt sich rasant, die Gesellschaft entwickelt sich ständig weiter, entsprechend muss sich auch der Unterrichtsstoff in der Schule entwickeln. Vor allem aber muss der Unterricht in der Praxis daran ständig angepasst werden. Natürlich spiel der Zeitbegriff dabei eine Rolle, denn trotz dieser Expansion des Wissens steht den Schülern ja nicht mehr Zeit zum Lernen zur Verfügung, der Zeitbegriff wächst ja nicht mit. Die Rahmenpläne für Unterrichtsstoff zu entwickeln und die individuelle Stoffauswahl des Unterrichts durch die Lehrenden ist daher heutzutage eine sehr anspruchsvolle Aufgabe. Genau wie die wichtige Aufgabe den Schülern spannenden Lehrstoff anzubieten. Wenn Schüler sich angeregt und motiviert mit dem Ihnen angebotenen Stoff beschäftigen, dann setzen sie Denkprozesse in Gange bei denen sie sich automatisch die Zeit nehmen um Gelerntes auch verarbeiten zu können. Auf keine Fall dürfen wir Langeweile im Unterricht künstlich erzeugen und langweiligen Unterricht auch noch mit dem Hinweis auf Zeit oder gar Privilegien der Schüler apologetisieren. Durch die sehr großen Klassenverbände wird sich bei einzelnen Schülern automatisch in Phasen immer wieder Langeweile oder Desinteresse einstellen. Diese Schüler gilt es aber wieder in die Diskussion des Unterrichts zurückzuholen und nicht ihrer Langeweile zu überlassen. Wie man spannenden Stoff auswählt lässt sich im Blog von Prof. Jean-Pol Matin hier nachlesen. Zeit die Bildung braucht kann man weder verordnen noch planen. Sich die Zeit nehmen Bildungsprozesse zu verarbeiten bedingt aber vorher ein intensives Auseinandersetzen mit den entsprechenden Inhalten. Das kann durch spannenden Unterricht und vor allem durch schüleraktivierenden Unterricht wie der Unterrichtsmethode Lernen durch lehren erreicht werden. Also es geht gar nicht darum Gedichte und Fremdsprachen im Unterricht wegzulassen oder durch lebenspraktische Inhalte zu ersetzen. Es geht schon gar nicht darum langweiligen Unterricht künstlich zu erzeugen, um Schülern Zeit zu geben. Es geht darum Schüler so zu motivieren, dass sie sich mit dem Unterrichtsstoff intensiv auseinandersetzen, ihn mit Mitschülern diskutieren. Dann nehmen sich die Schüler auch die individuelle Zeit den Stoff zu verarbeiten. Dabei muss der Stoff an die heutige Lebenswelt angebunden sein. Das geht sowohl im Fremdsprachenunterricht (LdL kommt ursprünglich sogar aus diesem Bereich, kann aber in allen Unterrichtsfächern angewendet werden), als auch im Deutschunterricht mit klassischer Literatur und Poesie. Also, wenn Schüler sich über mangelnde Anbindung des Unterrichtsstoffes beklagen, sollten wir sie ernst nehmen. Wir sollten darüber nachdenken wie der Stoff an die heutige komplexe Lebenswelt angepasst werden kann. Dabei müssen weder historische noch kulturelle Traditionen ignoriert werden, sondern der Wert dieser für ihr eigenes Leben muss den Schülern vermittelt werden.  Hier noch ein Beispiellink wie so eine Anpassung des Stoffes mit LdL realisiert werden kann in einem Filmbeitrag des Goethe Institutes. Auch in den ldlmoocs lassen sich Beispiele für spannenden Unterricht finden. Zum ldlmmoc1 hier und zum Ldlmooc2 hier.

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LdL als didaktische Haltung: Ein Rückblick auf die LdL Tagung in Münster

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Im Anschluss an die beiden ldlmoocs im Frühjahr und im Herbst dieses Jahres fanden sich auf Einladung von Prof. Dr. Hans Joachim Jürgens LdL Interessierte zu einer Tagung am Germanischen Institut der Universität in Münster zusammen. Der LdL Entwickler Prof. Dr. Jean-Pol Martin stellt zur Eröffnung das Menschenbild hinter LdL vor. Sein Glücksmodell, mit der Theorie, das Menschen Informationen als „Futter“ brauchen, um bei deren Verarbeitung (also dem geordneten Einfügen der Informationen in das eigene kognitive Schema) Glück zu empfinden sorgte (erwartungsgemäß) schon durch seine Begriffswahl für kontroverse Diskussionen.   Dies liegt unter anderem daran, dass Begriffe wie Glück, Kontrolle oder Ideologie im allgemeinen und im wissenschaftlichen Sprachgebrauch sehr unterschiedliche Bedeutungen haben. (Anmerkung: Daher gilt für wissenschaftliche Arbeiten auch immer, das zentrale Begriffe definiert werden sollten, um deutlich zu machen in welchem Kontext der jeweilige Begriff in der eigenen Schrift verwendet wird.) Jean-Pol geht in seiner Theorie davon aus, dass der Prozess der Informationsverarbeitung glücklich macht. Um diesen Prozess im Unterricht in Gange zu setzen und stetig aufrecht zu erhalten, sollte man als Lehrender seinen Lernenden stets spannenden und an die eigenen kognitiven Schemata anschlussfähigen Stoff anbieten. Anbieten ist hier das bessere Wort als präsentieren, denn genau so funktioniert LdL. Der Stoff wird den Schülern/ Lernenden (je nach Bildungsraum) angeboten, didaktisieren und vermitteln sollen sie ihn selbst. Der Lehrer bieten im Vermittlungsprozess Unterstützung und sorgt (nur falls nötig) am Ende einer  Lehreinheit als Garant für ein Gesamtverständnis. Der Vermittlungsprozess wird soweit wie irgend möglich den Lernenden überlassen. Das diese Unterrichtsart sehr aktivierend auf die Schüler wirkt bestätigt auch die Aussage des gestern vom Deutschen Lehrerpreis (http://www.lehrerpreis.de/?id=23) zum Lehrer des Jahres in Berlin gewählte Herr Robert Heinrich, tätig am Johann-Gottfried-Herder-Gymnasium, Berlin, der sagte, die beste Unterrichtsstunde ist die, in der der Lehrer gar nichts sagen musste, dann haben die Schüler selbst das Lernen übernommen ( so gesagt im Bericht der rbb Abendschau vom 01.12.2014).

Im folgenden Vortrag gab Uwe Reinders kleine Beispiele aus Unterrichtseinheiten, die zeigten wie LdL funktioniert und wie die Lerner in den Flow kommen, wenn sie gefordert sind anderen den Lernstoff zu erklären und nicht nur den Stoff des Lehrers zu rezipieren.

Diese Praxisnähe setzten nach der Mittagspause auch Dr. Bea Klüsener (Katholische Universität in Eichstätt) und Prof. Dr. Joachim Grezga (Europäisches Haus Pappenheim und Katholische Universität Eichstätt) fort, die LdL im universitären Kontext anwenden und interessante Projekte mit Studenten verwirklichen. Sie gehen über das Haus Pappenheim mit den Studenten und deren Projekten auch an die Öffentlichkeit. Immer wieder zeigt sich, dass schulische und studentische Projekte an der Öffentlichkeit für beide Seiten einen Gewinn darstellen und von der Gesellschaft mit großem Interesse wahrgenommen werden. Auch die Schüler wachsen bei solchen Projekten über sich hinaus und haben Spaß an der Präsentation.   Bei den studentischen Veranstaltungen, die in Form von Seminaren mit abschließender Präsentation stattfanden ging es neben Shakespeare als europäischem Autor und europäischen Jugendprotesten auch um die Analyse europäischer Medien zu verschiedenen Themen – unter anderem den Ukraine-Konflikt und die Beziehung zwischen Russland, Europa und den USA.  Die Themen haben somit einen direkten Bezugspunkt zum realen Leben, also wie von Jean-Pol Martin immer wieder gefordert, spannender Lernstoff mit Bezug zur Realität. Hier liegt auch das Potential der Welt-verbesserungsthematik von LdL begründet.

Peter Ringeisen, Veranstalter des #ldlmooc2 und ging im nächsten Vortrag auf LdL im Sprachunterricht ein, genau vor diesem Hintergrund hat Prof. Jean-Pol Martin LDL Mitte der achtziger Jahre entwickelt. Die hohen Eigenaktivitäten fördern den Sprachunterricht in besonderem Maße. Ringeisen unterstrich ferner die Förderung der Fehlertoleranz bei den Schülern, wenn sie mit LdL unterrichtet werden.

Den Nachmittag eröffnete dann Dr. Harald Kullmann der ein tutorielles Konzept für das Einführungsmodul Naturwissenschaften für Lehramtsstudenten an der Universität in Münster vorstellte. Dieses Konzept wurde entwickelt, um den sehr unterschiedlichen Wissensstand im Bereich der Naturwissenschaften unter den Schulabgängern anzugleichen. Hier betreuen (im Sinne einer Moderation) Masterstudenten Lerngruppen von Bachelor Lehramtsstudenten.  Damit kommt den Lerngruppenleitern eine sehr ähnliche Funktion, wie dem Lehrer in LdL-Unterrichtseinheiten zu. Der Unterschied besteht darin, dass die Masterstudenten letztlich nicht die Verantwortung haben und ebenfalls eine Betreuung durch wissenschaftliche Mitarbeiter bekommen. Dieses Modul zeigt auf wie Lernen mit LdL als Haltung verstanden werden kann und dann nicht nur in Schulen sondern auch an Universitäten verinnerlicht werden könnte.

Dr. Romann  Asshoff stellte in seinem Vortrag das Modul „Heimische Lebensräume“ vor, das Kenntnisse im Flora und Fauna Bereich vermitteln soll. In Teilen des Moduls wird das Modul in Kleingruppenarbeit vorbereitet und es enthält auch Unterrichtssimulationen. LdL ist in diesem Modul so nicht wirklich enthalten, es gibt aber durchaus Ansätze, den Studenten Teilbereiche des Lehrens zu übertragen. Vielleicht wird nach der Tagung mit vielen Inspirationen zur LdL Theorie, an diesem Modul noch ein wenig umgestellt, so dass die Studenten wirklich den gesamten Lehranteil übernehmen. Arbeiten mit dem Bestimmungsbuch  draußen an der Natur sind sehr gut geeignet die Schüleraktivitäten zu steigern und LdL komplett einzuführen. In der Diskussion nach dem Vortrag ging es leider eher darum, ob Kenntnis heimischer Arten wirklich noch vertieft im Zeitalter von Internet mit Google und Wikipedia notwendig sind. Ich meine ja, wenn wir unsere Umwelt vor Gefahren schützen wollen müssen wir uns auch vertieft mit ihr auseinandersetzen.

Den Abschlussvortrag des ersten Tages hielt Felix Woitkowski, der als Sprach- und Schreibdidaktiker an der Universität in Kassel tätig ist und in dieser Position auch an der Universität in Münster tätig war. Die wissenschaftliche Schreibberatung versteht sich traditionell als Coaching. Dabei ist die Schreibberatung oftmals tutoriell organisiert. Wirklich LdL ist das so nicht, aber auch hier könnte eine grundsätzliche Haltung im Sinne des LdL Prinzips das Lernen im wissenschaftlichen Schreibprozess leichter machen. Für ein echtes LdL in der Schreibberatung müssten sich Studenten aus einem Modul gegenseitig im Schreibprozess unterstützen und der Schreibberater hierbei als Moderator fungieren. Dieses würde natürlich zeitliche Ressourcen beanspruchen, wäre aber eventuell in die Bearbeitung von Hausarbeiten einbaubar, denn die Zeitersparnis würde allen Studenten zugutekommen. Die Hebammentechnik der Schreibberater (kann man zum Beispiel an der Universität Köln in 5 Modulen Zusatzqualifikation werden) weißt schon sehr viele Ähnlichkeiten zum LdL- Prinzip auf. Schüler müssen durch Eigenaktivität ein „Flow“ im Schreibprozess herbeiführen.

Der zweite Tag der LdL Tagung in Münster begann mit 5 parallel laufenden Workshops. Da ich selbst mit Dr. Markus Marek von der Universität in Münster einen Workshop im Angebot hatte, kann ich nur von diesem Berichten. Dr. Markus Marek beschäftigt sich mit LdL in der Online Lehre und führte den Teilnehmern die Vorzüge des Lernmanagementsystems Moodle 2 für studentische Eigenaktivitäten vor. Die Rechteverteilung lässt sich in Moodle 2 sehr spezifisch auf die Lernenden übertragen, so dass eigene Lehrmaterialien entworfen werden können. Dies führt die Lernenden weg vom reinen Konsum angebotenen Lehrmaterials und gibt ihnen die Möglichkeit sich aktiv an der Entwicklung der Lehrmaterialien zu beteiligen. Somit unterstützt der Vortrag über Moodle meinen Ansatz, der einen Ausblick auf LdL in der reinen Online Lehre werfen sollte und Programme erörtern sollte, die kollaboratives Lernen im Sinne von LdL unterstützen. Die Grenzen von LdL tauchen in der Online Lehre auf, wenn man sich im CMooc Bereich verstanden wissen will. In CMoocs, entwickelt von George Siemens, Steven Downes und Dave Cournier, verstehen sich die Lehrenden mehr als Impulsgeber. Dies hat für Lehr- Lernsettings weitreichende Folgen. Der Lernende entscheidet nicht nur selbst was und wieviel er lernen möchte, sondern im obliegt auch in Eigenverantwortung das Setzen und das Einhalten seiner Lernziele.  Hier ist also die so wichtige Kontrollfunktion des Lehrenden im Sinne eines Garanten, der vom Unbestimmten wieder in die Bestimmtheit für alle Lernenden führt nicht mehr gegeben. Da der Lehrer in LdL diese  Garant Funktion aber nur aktiv ausübt, wenn es den Lernenden nicht selbst gelingt Kontrolle herzustellen, ist das Lernen mit LdL eine gute Vorbereitung zum Lernen in cMoocs, genau wie zum eigenverantwortlichen Lernen im späteren (Berufs-) Leben. Auch das heute immer wieder geforderte informelle Lernen, setzt voraus, das Lernende sich Lernziele stecken können und in der Lage sind zu überprüfen in wieweit sie diese jeweils erreicht haben. Mit den Unterschieden des Lernens in cMoocs und LdL hatte ich mich schon in meiner Hausarbeit zum Modul 3A Mediale Bildung und Medienkommunikation befasst.

Genau diese Fähigkeiten greift Prof. Dr Lutz Becker mit seinem Vortrag aus der Praxis auf. Er lehrt an der Fresenius Hochschule in Köln in den Studiengängen „BA International Marketing“ und MA Leadership“ in sehr praxisbezogenen Studiengängen. Im Bereich der Pädagogik also ein Fachfremder, der die LdL Methode aber auch für nützlich und wirksam hält und sie in seine universitäre Lehre eingebunden hat. Problemlösekompetenzen werden in der sich schnell verändernden Welt immer wichtiger, manchmal „verändert sich die Welt sogar ruckartig“, sagt Prof. Lutz Becker. Wenn man „Innovationen wie er als kulturelle Angebote an die Gesellschaft versteht“ kann solch eine ruckartige Veränderung auftreten, wenn die Gesellschaft bereit ist eine Paradigmenwende zu vollziehen. Das bedeutet auch, das Experten des alten Paradigmas dann schnell überflüssig sind und ihr Wissen keinen Wert mehr darstellt, oder mindestens einem enormen Wertverfall unterliegt. „Als Experte heute, bist Du der Depp von morgen“ damit meint Lutz Becker dass man sich nicht zu sehr auf Nischenwissen verlassen sollte und sein Wissen anschlussfähig an Veränderungen halten muss.  So lässt er im Sinne von LdL seine Studenten selbst Probleme lösen und will sie damit fit machen um Innovationsprozesse und organisatorischen Wandel später in verantwortlichen Führungspositionen moderieren und steuern zu können.  Ein schöner Abschlussvortrag der allen Teilnehmenden vor Augen führte, dass LdL auf das Leben und Berufsleben intensiv vorbereitet.

Mein Dank geht an Prof. Dr. Dr. Hans Joachim Jürgens und an das gesamte Organisationsteam der LdL Tagung in Münster. Sie haben die Tagung bis ins Detail durchorganisiert und dafür gesorgt, dass sich die Teilnehmer voll und ganz den Inhalten widmen konnten.

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Der 2. LdLmooc startet in Kürze diesmal unter der Leitung von Peter Ringeisen

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meldet Euch an und macht mit !

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Gastbeitrag von Zsuzsanna Solti Benndorf zum #ldlmooc

Heute als Gastbeitrag eine Visualisierung zum seit 09.05.2014 laufenden ldlmooc Woche1. Angefertigt von meiner Kommilitonin an der Fernuniversität in Hagen Zsuzsanna Solti Benndorf

Gastbeitrag von Zsuzsanna Solti Benndorf zum #ldlmooc Woche 1

Gastbeitrag von Zsuzsanna Solti Benndorf zum #ldlmooc Woche 1

Schüler als aufblühende Blüten, dafür muss der Lehrer nach der LdL Theorie übrigens immer spannenden Lehrstoff anbieten, den die Schüler sich gerne selbst erarbeiten wollen.

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Hausarbeit Mediendidaktik Modul 3A (Vergleich LdL und cMoocs)

Hausarbeit 3A Marc Schakinnis SS13

unter obigem Link veröffentliche ich als ersten Beitrag des Jahres 2014 meine Hausarbeit zum Modul 3A Mediale Bildung und Medienkommunikation. Vielen Dank an Ulrike Glembotzky, die mich durch ihre eigene Veröffentlichung zum Master Modul M4 (eine sehr lesenswerte Arbeit über Lurker in Moocs) auf die Idee gebracht hat, die Arbeit hier zu veröffentlichen und an Monika E. König die als @mons7 über die Arbeit von Ulrike getwittert hat.

Die Arbeit untersucht Gemeinsamkeiten und Unterschiede beim Vergleich der handlungsorientierten Unterrichtsmethode LdL (Lernen durch Lehren) und der Partizipation an einem cMooc.

Für Kommentare und Kritik bin ich immer dankbar.

Die Arbeit ist unter CC Lizenz CC BY-SA veröffentlicht.

Creative Commons Lizenzvertrag
Digitales Lernen im sozialen Kontext: Gemeinsamkeiten und Unterschiede beim Vergleich der handlungsorientierten Unterrichtsmethode LdL und der Partizipation an einem cMooc von Marc Schakinnis ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz.

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Blick durch die rosarote Brille auf das #ecb13

rosa Brille

Auf vielen Kanälen lese ich im Nachgang einige doch sehr, sagen wir,  intensive Kritik am Educamp #ecb13 in Berlin. Diese Kritik habe ich so für mich nicht mitgenommen und konnte selber einen großen Mehrwert aus der Veranstaltung ziehen. Dieser Artikel soll eine Auseinandersetzung mit den doch sehr unterschiedlichen Wahrnehmungen der Teilnehmer durch meine “rosarote” Brille werden. Zunächst einmal war der Besuch des #ecb13 mein erster Besuch eines Educamps und somit fehlen mir die Vergleiche mit vorangegangenen Veranstaltungen. Trotz Neuling (oder wie ich dann auf dem Educamp gelernt habe, gerade als Neuling), bin ich mit dem Vorhaben eine eigene Session anzubieten auf das Educamp  gegangen. Da ich in naher Zukunft einen cMooc zur Unterrichtsmethode LdL plane und diesen zwar nicht alleine aber privat organisieren möchte, hatte ich auf eine konstruktive Diskussion mit Teilnehmern gehofft. Es klappte, ich konnte meine Session schon am Samstag positionieren und habe nach einer sehr kurzen Einführung in mein Projekt eine sehr engagierte und für mich sehr fruchtbare Diskussion mit den anwesenden Teilnehmern auf meiner Session gehabt. Ich bekam konstruktive Kritik, neue Ideen und mein Vorhaben wird schon ein wenig runder und sehr viel konkreter. Schon dieses stellte einen sehr großen Mehrwert für mich dar. Zusätzlich gibt es noch einen Punkt der mir die Brille auf das Educamp dann dunkelrosa einfärbt. Als Student der Fernuniversität in Hagen freue ich mich darauf meine online-Kontakte, egal ob Kommilitonen oder Social Media Bekannte aus dem Bildungsbereich einmal offline zu treffen und mit ihnen von Angesicht zu Angesicht zu diskutieren. Also ein weiterer hoher Mehrwert für mich auf dieser Veranstaltung. Als Glückspilz habe ich dann wohl auch noch in der Wahl meiner Sessionbesuche richtig gelegen, denn auf allen Sessions wurde intensiv diskutiert und Kritik auch als konstruktive Kritik verstanden.

So und nun mal kurz die rosa Brille abgesetzt: Es gab wohl leider einige Sessions, auf denen dies so nicht der Fall war. Das ist dann wirklich schade, denn eine kritisch konstruktive Kritik macht für mich eigentlich den Sinn eines solchen Barcampformates aus, aber ich musste es ja nicht erleben. Was ich am Freitag Abend erleben durfte war eine politische Disskussionsrunde die sich trotz kritisch fragendendem Moderator im Kreis herumdrehte und über die Forderung „Tablets für alle nicht hinauskam“. Für mich war aber eigentlich relativ schnell klar, das die Abschlussdiskussionen, auch die vorangegangene pädagogische Diskussion (der man aber doch besser folgen konnte, auch wenn man die Unterrichtseinheiten auf dem LearningLab nicht besucht hatte) ein Abschluss des tagsüber gelaufenen Learninglabs waren und keineswegs ein Warmup eines Educamps. War Ok für mich, als Neuling, habe dann mit @biwifuhagen einen Kommilitonen getroffen und das Warmup privat gestartet. Hier gehe ich also mit der Kritik von @herrnlarbig konform, der sich in seinem hörenswerten Audiobeitrag kritisch (und wie ich finde konstruktiv und für die Zukunft der Educamps sehr bedenkenswert) zum #ecb13 auseinandergesetzt hat). Der Samstag lief dann für mich wie oben beschrieben rosarot ab. Kommen wir zur samstäglichen Abendveranstaltung und der aufgekommenen Kritik daran. Zunächst für mich einmal wieder persönlich nicht greifbar, denn ich hatte in der Buchkantine nette Gesprächspartner und interessante Themen. Aber die Veranstalter tappen hier in die “Berlin – Falle”. Abendveranstaltungen nach Konferenzen egal welcher Thematik (ich habe über 15 Jahre Veranstaltungen in Berlin beruflich geplant und durchgeführt) haben  in Berlin eine ausgeprägte Form des Teilnehmerschwundes. Auch wenn dieses Phänomen in anderen Orten durchaus ebenfalls beobachtet wird, zeigt es sich in Berlin sehr ausgeprägt. Also war es ein logischer Schluss das Teilnehmerfeld von vornherein zu begrenzen. Mit der Buchkantine war ein thematisch sehr passender Ort gewählt worden und das Essen war wenig, soll aber sehr gut gewesen sein (ich war wohl zu lange in ein intensives Gespräch vertieft und es blieb nur noch ein Salamibaguette, aber absolut Schuld eigene), Getränke wurden von der Bedienung freundlich und professionell serviert. Also hier kann ich dem Orgateam bei der Wahl und auch der Entscheidung, die nur noch begrenzt mögliche Teilnehmerzahl (aufgrund der anderen Veranstaltung) in Kauf zu nehmen sehr gut verstehen. Frühstück, Getränke, Snacks und Kuchen standen allen Teilnehmern tagsüber ausreichend zur Verfügung, auch wenn man das einfach gehaltene Nudelgericht in der Schulkantine nicht essen wollte. Wer mehr will muss dann nach meiner Meinung auch bereit dazu sein dafür zu zahlen. Für den Charakter der Veranstaltung ging das Catering nach meiner Meinung mehr als in Ordnung und zwar an beiden Tagen. Der Sonntag hatte dann jedoch eine, im Nachhinein doch sehr ärgerliche Panne, denn offenbar ist die zeitliche Vorverlegung des Sessionplanung um eine halbe Stunde nicht bei allen TN angekommen. Hier hätten die Veranstalter eingreifen müssen, als klar war, das längst noch nicht alle TN anwesend sind und die Sessionplanung wenigstens um diese halbe Stunde nach hinten legen können. Dies hätte sicher den Sonntag an Sessions deutlich belebt. Aber einige TN oder sagen wir mal Anmeldefreudige sollten sich hier mal überlegen, ob es den einen Klick auf dem mixxt.de-Portal nicht Wert ist, wenn man sich entschließt an einem Tag nicht, oder nicht mehr zu kommen. Dann wäre eher klar ob noch TN unterwegs sind oder nicht. Die geringe An- respektive Abmeldedisziplin macht es den Veranstaltern (völlig unnötig) schwer spontan zu reagieren. Ein weiterer Kritikpunkt am Ablauf der Sessions waren die teilweise nahtlosen Übergänge der Sessions, hier sollte für zukünftige Camps unbedingt eine klar kommunizierte und auch zeitlich realistische Pause zwischen den Sessions geplant und auch eingehalten werden (macht sich am besten durch einen zuständigen Helfer in jedem Sessionraum, der auf das Ende der Session achtet und hinweist (so ist es auf dem Barcampformat der OER Konferenz von Wikimedia sehr erfolgreich praktiziert worden). Fazit hier: Man braucht definitiv mehr Helfer und klare Strukturen für die Helfer. Die Kritik  an der Mittagspause innerhalb der Sessionrunde am Sonntag kommt noch hinzu, das gibt einen regelrechten Bruch im Ablauf, viel Unruhe und keinen Gewinn. Meine persönliche Meinung ist hierbei ohnehin, das auf Konferenzen deutliche Pausen gerade zwischen den Sessions einen höheren Mehrwert bringen, als ein oder zwei Sessionrunden mehr. Die Möglichkeit in kleiner Runde bei Kaffee etc. direkt nach einer Session Themen zu vertiefen befreit die Sessions von für alle Beteiligten unnützen Diskussionen und gibt trotzdem Raum für intensiven Austausch einzelner.

Meine große Verwunderung war aber die Kritik auf einem Social Media Kanal an Sponsoren, die sich für das Educamp #ecb13 engagiert hatten. Ich halte Kritik und eine kritische Auswahl für absolut legitim, aber diese Form und diesen Zeitpunkt für extrem kontraproduktiv. Für mich hat es auch nichts mit Transparenz zu tun, wenn man Social Media Kanäle wählt um Sponsoren die sich bereits engagiert haben derart zu kritisieren. Eine öffentliche Mitgliederversammlung war auf dem Educamp auch vom Orgateam rechtzeitig kommuniziert worden, hier hätte man Regeln für die zukünftige Sponsorenauswahl treffen können und auch Kritik anbringen können. Durch die öffentliche Kritik verprellt man aber massiv auch “genehme” Sponsoren und Spendern in der Zukunft. Kein Sponsor oder Spender setzt sich durch ein Engagement  der Gefahr öffentlicher Kritik aus, wenn er davon weiß. Wir haben den Anspruch Jugendlichen den verantwortungsvollen Umgang mit Social Media Produkten näher zu bringen und schreiben dann kritische Beiträge, als wenn wir zukünftigen Sponsoren unterstellen, sie können weder die Google Suche noch die Twittersuche bedienen. Aus eigener Erfahrung (langjähriger ehrenamtlicher Fussballjugendtrainer) weiß ich wie schwer es ist (schon ohne enge Kriterien) Sponsoren zu gewinnen, ein solches Verhalten macht es dann aber faktisch unmöglich fündig zu werden. Also hier meine Bitte dieses Thema mit etwas mehr Fingerspitzengefühl anzugehen und lieber im Vorfeld oder im Nachgang Regeln zu erstellen und das in nichtöffentlichem Rahmen (in der Diskussionsrunde aufgestellte Regeln können dann auch öffentlich und transparent nach außen kommuniziert werden). Etwas anders verhält es sich nach meiner Meinung mit Werbung innerhalb von Sessions, wenn die Session von einer Diskussion in eine reine Werbeveranstaltung übergeht, aber hier gibt es bereits eine Regel (den Raum verlassen), die ein deutliches Zeichen setzen kann, Social Media Kanäle sollten aber auch dann nur innerhalb der Netiquette zur Kritik genutzt werden.

Bei aller Kritik an Werbemaßnahmen und Sponsoring sollten Educamper aber auch eine große Chance nicht verkennen. Wenn sich jemand für die Teilnahme oder auch die finanzielle Unterstützung entscheidet, identifiziert er sich mit den Werten des Educamps, oder wird zumindest mit diesen Werten in Verbindung gebracht (dabei ist mir schon bewußt, dass diese Vorstellung auch in umgekehrte Richtung missbraucht werden kann). Aber auf jeden Fall haben wir dann die Möglichkeiten ihn von unseren Wertmaßstäben zu überzeugen. Dieses sollten wir im aktiven und dabei positiven Sinne nutzen.

So nun blieb doch nicht alles rosarot, aber viele Kritikpunkte sind bei mir erst in der Reflexion entstanden und sie überschatten meinen persönlichen Mehrwert des Educamcbesuches nicht. Ich bin also mit einem sehr guten Gefühl vom Educamp am Sonntag wieder nach Hause und freue mich auf den Besuch weiterer Educamps. Da wir viel über Bildung 2.0 diskutiert haben und konstruktive Ansätze vielfach erkennbar waren, sehe ich Educamp 2.0 freudig entgegen und hoffe meine Kritik wird positiv und konstruktiv aufgenommen.

Mein Dank gilt den Veranstaltern die sehr viel Engagement in die Veranstaltung gesteckt haben, an die Heinrich von Stephan Oberschule, die unkompliziert die Räume zur Verfügung gestellt hatte, sowie an alle Teilnehmer die mit mir freundlich und konstruktiv diskutiert habe. Ich nenne hier keine Namen, einfach aus Angst einzelne dabei zu vergessen.

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